Fotos                                                 Badisches Tagblatt 03.09.07

02.09.2007 - 8.00 Uhr. Wir sind startklar zur Unimog Classic 2007. Wir, das sind Mama, meine Fahrerin, und ich, der Co-Pilot. Wir machten uns auf den Weg zum Opa, um in unser Fahrzeug für diesen Tag einzusteigen...

Wie im Vorjahr schon, durften wir mit Opas schönem U421 an den Start. Opa fuhr wieder mit dem U406, der nicht so schön hergerichtet ist, aber der dafür jahrzehntelang seinen schweren Dienst in der Baufirma erledigte und bis zum heutigen Tag tagtäglich erledigt. Ein echtes Arbeitstier!

So fuhren wir los nach Gaggenau-Rotenfels zum Unimog-Museum, dem Ausgangspunkt der Unimog Classic 2007.

Die Nennungsformalitäten waren weitgehend im Vorfeld schon erledigt, so blieb nur noch, die Unterlagen in Empfang zu nehmen und sich dem ausgiebigen Frühstück zu widmen. Frisch gestärkt, lauschten wir noch der Fahrerbesprechung, die Startnummer wurde noch an der Stoßstange befestigt. Wir bestaunten noch die vielen anderen Mogs, einige sehr alte, einige sehr kleine, ein paar ungewöhnliche und viele liebevoll restauriert und mit nützlichen Details versehen.

Mit Startnummer 15 (Opa und Claudia) und Startnummer 16 wurden wir direkt hintereinander mit 1 Minute Abstand an den Start geschickt. Ein paar Ecken - dann kam schon die erste Durchfahrtskontrolle und der Beginn einer Gleichmäßigkeitsprüfung. Das war für uns Neuland, das hatten wir noch nie gemacht. Aber dank einiger Formeln und Umrechnungsfaktoren, die wir im Vorfeld von unserem lieben Freund Rolf erhielten, tappten wir nicht völlig im Dunkeln und konnten einigermaßen abschätzen, wie lange wir bei bestimmter Geschwindigkeit brauchten, um 50 m zurück zu legen. Danke Rolf, das hat uns bis auf wenige Sekunden an die optimale Zeit heran gebracht.

Nicht lange danach kam schon die zweite Prüfung. Wir mussten im Voraus sagen, wie lange wir für eine Strecke von 40 m brauchen würden. Die Geschwindigkeit spielte keine Rolle, man sollte nur so nahe wie möglich an die genannte Zeit heran kommen. Auch das hat ganz gut geklappt.

Bei der nächsten Übung versagten wir - und die meisten anderen. Es ging um ein Nagelspiel. In ein Holzstück war ein langer Nagel gehauen. Es galt nun, auf diesem einen Nagel 12 Nägel zu platzieren, ohne dass sie sich irgendwo abstützten. Und das innerhalb von 40 Sekunden. Wer die Lösung nicht zufällig kannte, hatte keine Chance...

Die zweite Zeitprüfung haben wir nur knapp geschafft. Es ging einen Großteil der Strecke bergauf, und da unser U421 noch eine ca. 1 t schwere Bergstütze angebaut hat und eine Seilwinde zusätzlich mitschleppt, gehört der 4-Zylinder nicht zu den Sprintern unter den Mogs. Deshalb hatten wir kaum Zeit übrig und kamen gerade so an die Ziellinie.

Anschließend mussten vor allem die älteren und schwächeren Mogs ganz schön schnaufen, denn die Strecke führte in Richtung Herrenalb. Der Anstieg war heftig, wir fuhren mit max. 30 km/h und mussten teilweise sogar in den 3. Gang runterschalten (die ersten beiden Gänge sind eigentlich nicht für den normalen Fahrbetrieb gedacht). Dem einen oder anderen Veteran kletterte dabei die Temperaturanzeige in den roten Bereich, aber bei unserem Mog blieb alles im Rahmen. Wie ein Uhrwerk schnurrte und schnaufte er vor sich hin.

In Bad Herrenalb war dann eine kurze Verschnaufpause, ein kleiner Stau, wo alle Unimogs und Teams nacheinander dem zahlreich anwesenden und staunenden Publikum vorgestellt wurden. Da klickten und surrten die Kameras, und schon ging es weiter auf den Dobel. Noch einmal ein gewaltiger Anstieg, aber nicht mehr so heftig wie zuvor. Dann gings das Holzbachtal hinunter, wo die letzte Prüfung auf uns wartete: Wir mussten mit der Stoßstange auf 50 cm an eine Latte heranfahren, und mit dem Kipper auf 1 m rückwärts an eine Latte. Da wir nicht regelmäßig Mog fahren und nur eine kurze Trainingseinheit eingelegt haben, konnten wir in dieser Disziplin mit den Profis nicht mithalten. Vorne und hinten fehlten uns 15 cm, die hatten wir hinten zu viel. Opa und Claudia haben es auf einen Zentimeter geschafft. Und da sie auch sonst gut dabei waren, erreichten sie am Ende den 3. Platz! Herzlichen Glückwunsch, das habt Ihr super gemacht.

Wir landeten auf dem 19. von 37 Plätzen - und sind damit auch sehr zufrieden. Vor allem hat es uns großen Spaß gemacht, mal wieder Mog zu fahren. Sonst bieten sich dazu nicht viele Gelegenheiten - und wir haben uns fürs nächste Jahr schon wieder fest vorgenommen, den Termin freizuhalten...

03.09.2007

Wer sich für den Bericht vom letzten Jahr interessiert - hier gehts direkt hin: Unimog Classic 2006

 

Kevin Gallas - Unimog Classic 2007

Letztes Update:
17.07.2009 21:04