Heute war in Frankreich Muttertag. Wir haben in der Schule ein Schmuckkästchen gebastelt. Darüber hat sich meine Mama sehr gefreut. Nach dem Frühstück sind wir nach Bühl gefahren. An meinem Motorrad hat mein Papa inzwischen den verbogenen Lenker ersetzt incl. neuer Brems- und Kupplungshebel, den sabbernden Simmerring erneuert, den Kettenspanner ausgewechselt, den Ölspuren rund um den Motorblock ist er nachgegangen, Vorder- und Hinterrad sehen aus wie neu - kurz und gut, wir mußten erstmal testen, ob alles läuft und funktioniert. Und wie es funktioniert! Es hat mir richtig Spaß gemacht. Alles ist sauber und ohne Sand in irgendwelchen Ritzen. Ich kann mit einem Finger kuppeln (wie Tobi !!) Und während ich so am rumprobieren war, staunte ich plötzlich und schaute zweimal hin: Meine Mama fuhr einen Kreis, der war so eng, da mußte ich mich sogar anstrengen. Als ich sie fragte, wie das kommt, meinte sie lachend: “Tja, ich habe Euch Jungs jetzt ein paar Tage lang zugerufen, was Ihr machen müßt, um die Kurve zu kriegen, jetzt war ich einfach neugierig, ob ich das auch selber kann!” Und es ging noch weiter. Ich fuhr voraus und wollte schon entmutigt aufgeben, weil sie immer wieder unten oder außen rum fuhr, anstatt meiner Spur zu folgen. Doch plötzlich haben wir uns an einer Schwelle richtig festgekrallt. Ich habe es ihr vorgefahren - zuerst ganz easy den Absatz nebendran auf Grund. Sie ist es problemlos gefahren. Dann an die Holzschwelle dran. Auch kein Problem. Dann noch etwas weiter rechts, da lag unten nichts mehr vorne dran - auch das klappte auf Anhieb. Ich war beeindruckt. Nun fuhren wir das ganze rückwärts. Die Schwelle runter und auf der anderen Seite den kurzen steilen Absatz hoch. Wieder fuhr sie es mit Null und ohne zu Zucken. Dann fuhren wir weiter hinten so eine steile Kante runter und auf der anderen Seite des “Grabens” einen Schräghang entlang. Was soll ich sagen? Ihr ahnt sicher schon, dass sie es mühelos packte. Doch dann mußten wir erstmal eine Pause machen. Frisch gestärkt suchten wir weiter nach Herausforderungen. Und wir fanden sie natürlich. Ganz hinten im Gelände sind zwei (!) Schwellen übereinander. An der Stelle stand sie schon oft und wollte hochfahren - aber sie hat es sich bei weitem nicht zugetraut. Runter war kein Problem. Wir haben es ganz detailliert durchgesprochen, wie es geht. Dann bin ich es ihr noch vorgefahren. Doch sie drehte ab. Naja, wenn sie es nicht will... Dann ist wieder jeder ein Stückchen für sich gefahren und plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel, dass sie wieder da hinten in der Ecke verschwand. Ich folgte ihr - und sah gerade noch, wie sie - hopp-hopp - hochgefahren ist! Und so ging es weiter. Es war ein richtig erfolgreiches Training. Auch für mich. Ich habe u. a. gelernt, dass es nicht immer nötig ist, zu springen, sondern dass ich durchaus so ein Hindernis hochfahren kann. Damit komme ich oben leichter um eine anschließende Kurve. Fotos haben wir leider keine heute - wir waren zu sehr mit uns selbst beschäftigt... Au revoir bis zum nächsten Mal Euer Kevin 06.06.2004 |
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