Tagelang war ich schon aufgeregt, konnte es kaum erwarten, bis es losging. Würde ich mithalten können? Wie schwer sind wohl die Sektionen? Wird das Wetter halten?
Nachdem wir am Freitag Abend das Fahrerlager erreicht hatten, schauten wir uns ganz in Ruhe die Sektionen an. Wir, das waren Fabian Werner und ich. Fabian ist der Sportleiter in unserem Verein. Er ist gerade mal doppelt so alt wie ich, aber im nationalen Trial-Zirkus ein "alter" Hase. Und Fabian hatte schon lange versprochen, mit mir zur JDM zu gehen, wenn es soweit ist.
Begleitet haben uns Johannes Klement und Tobias Huser. Mein Freund Tobi fährt eine Klasse höher und sein "Minder" ist unser Jugendtrainer. Also wir waren in den allerbesten Händen.
Nach der Sektionsbesichtigung haben wir gleich noch die Papierabnahme erledigt. Wir sind schon für unsere Verhältnisse früh ins Bett, und ich konnte lange nicht einschlafen.
Am nächsten Morgen um 7.00 h war ich mit meinem Moped bei der Technischen Abnahme, während das Frühstück gerichtet wurde. Es bildete sich schon der erste Stau des Tages, denn der Technische Kommissar war noch nicht da...
Nach dem Frühstück haben wir uns ein bißchen warmgefahren. Und dann ging es an den Start. Die Fahrer wurden im Minutentakt auf die Strecke geschickt, die Reihenfolge wurde ausgelost. Meine Startzeit war 9.14 Uhr.
Mein Herz klopfte bis zum Hals, als meine Startnummer aufgerufen wurde. Ich fuhr die Rampe hinauf und konnte mich kaum auf die Worte des Sprechers konzentrieren. Es wurde dann festgestellt, dass ich der jüngste Fahrer des gesamten Feldes war. Endlich bekam ich meine Rundenkarte und dann ging es los. Wie gut, dass Fabian dabei war. Das hat mich beruhigt, hat mir Sicherheit gegeben.
Die Sektionen waren eigentlich nicht schwer. Ein paar hohe Baumstämme, direkt dahinter das Band - doch Fabian gab mir die richtigen Tipps. Ich versuchte mich zu konzentrieren, was mir auch ein ganzes Stück weit gelang. 7 Strafpunkte in Runde 1 - ich war ganz happy. Doch dann passierte mir ein dummer Fehler. Ich fuhr in der vorletzten Sektion der zweiten Runde an einer gar nicht schwierigen Stelle durchs falsche Tor - darüber regte ich mich so auf, dass ich gleich wieder ein paar unnötige Fehler hinterher machte. Aus der schon sicher geglaubten 6er-Runde wurde eine 11er-Runde. Bei diesem Schwierigkeitsgrad war es aussichtslos, das noch einmal ausbügeln zu können. In der 3. Runde bin ich wieder ruhiger geworden, aber es läpperten sich doch wieder 6 Punkte zusammen.
Am Ende wurde ich 24. von 46 Fahrern in Klasse 5 - ohne heftige Stürze oder Sturzfolgen.
Am nächsten Morgen ging es an den Start zum zweiten Lauf. Die Sektionen waren schwerer als am Samstag. Ich strengte mich sehr an, weil ich zeigen wollte, was ich kann. Und vor lauter Kurventechnik und Anstrengung, den Jubel der Zuschauer im Ohr, verpasste ich die Sektionsausfahrt! Plötzlich sehe ich nur noch Band vor mir, wo ich mir doch sooooo viel Mühe gegeben hatte... Mit aller Wut im Bauch schaffte ich es gerade noch, das Vorderrad irgendwie am Band entlang zu lüpfen. Die Fünf hatte ich zwar vermieden, 3 Punkte aber glatt verschenkt.
In einer anderen Sektion war eine so enge Kurve, dass sie eigentlich nicht mehr fahrbar war. Die höheren Klassen hüpften halt herum, ich kämpfte mich mit einem Fuß auf dem Boden herum, aber das war auch ganz schön schwierig, weil es noch eine Mulde war. Ich war immer kurz vorm Umkippen. In der zweiten Runde versuchte ich, die Kurve zu fahren - und es gelang! Fehlerfrei kam ich auch um den nächsten Baum, dann ging es den Hang hinauf, oben um einen Baum herum nach rechts - und was passiert???? Mir geht das Motorrad aus!!! Da leg ich alle Kraft und Konzentration in die Kurve, krieg das auch hin (die Punktrichter waren fassungslos, weil ich der einzige war, der da rumgefahren ist) - und dann komme ich beim Gewichtsverlagern auf die Fußbremse und würge mir das Motorrad ab. Wieder Fünf! Das hat mich mächtig geärgert!
So kamen wieder die unnötigen Füße in der Folge. Aber ich konnte mich immerhin noch von Runde zu Runde verbessern. 19 - 15 - 14 - damit landete ich am Ende auf dem 17. Platz und erhielt auch noch 2 Wertungspunkte für den Deutschen Schüler-Trial-Pokal.
Mir hat das Wochenende viel Spaß gemacht. Es war zwar sehr anstrengend, vor allem kopfmäßig, aber ich habe auch viel gelernt. Es ist ein gutes Gefühl, mit einem erfahrenen Trialer in einen Wettbewerb zu gehen. Er hat mir viel gezeigt und erklärt, was ich gar nicht alles auf einmal in mein Hirn gekriegt habe.
Vielleicht kann ich bei den Läufen in Biberach Mitte Oktober schon einiges besser machen...25.09.06
Letztes Update:
17.07.2009 20:50

So sind Fabian und ich bei der JDM in Aßlar an den Start gegangen...!!