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Endlich waren die vier Wochen vorbei... Natürlich war ich wieder aufgeregt. Der Lauf am Samstag war besonders wichtig, weil er auch für die ADAC-Meisterschaft zählte.

Ich habe mich nach der Fahrzeugabnahme mit Fabian ein bißchen warmgefahren, dann ging es an den Start. Es fing sehr gut an. Die ersten beiden Sektionen konnte ich gleich fehlerfrei bewältigen. In Sektion 4 passierte es dann - eine unnötige Fünf (welche Fünf ist schon "nötig"...). Ich habe mich fürchterlich geärgert - aber ich konnte mich zusammenreißen und meine Gefühle im Griff halten. Abhaken und auf die nächste Sektion konzentrieren - das haben Fabian und Johannes immer wieder gepredigt. Und endlich habe ich es einmal geschafft. Insgesamt kamen in der ersten Runde nur noch eine 2 und eine 1 dazu. An der Rundentafel angekommen, war noch nicht zu erkennen, wieviel diese 8 Punkte "wert" waren.

So gingen wir in die zweite Runde. Ich war selber erstaunt, ich konnte ganz cool bleiben. Fabian ist ein toller Minder. Er hat mir immer wieder gesagt, worauf ich achten soll, hat mich daran erinnert, dass ich mich vor der Sektion noch einmal voll sammeln muss nach der zum Teil langen Wartezeit. Und so ist es mir gelungen, in der zweiten Runde nur einen einzigen Fuß zu setzen. Der muss auch noch weg, das habe ich dort beschlossen.

In der 3. Runde war er dann weg - allerdings war ich darüber so glücklich, dass ich in der nächsten Sektion dann einen Fuß setzen mußte, den ich vorher nicht brauchte. Und in der Bachsektion - da war mal glücklicherweise kein Stau, der Punktrichter winkte und ich bin reingefahren, ohne vorher mir die Sektion nochmal anzuschauen und mich zu sammeln. Fabian hat mir noch das Zeichen zum Durchlaufen gemacht - aber gleichzeitig hat der Punktrichter gewinkt. Die Folge war ein dusseliger Fuß am letzten Hindernis!

Ich konnte mich aber doch nochmal zusammenreißen und die letzte Sektion fehlerfrei beenden. An der Rundentafel habe ich dann langsam, ganz langsam angefangen zu begreifen, was mir da mit Fabians Hilfe und Unterstützung gelungen ist. Es kamen immer mehr Fahrer ins Ziel, die mehr Punkte hatten als ich, der Kreis derjenigen, die mich noch schlagen konnten, wurde immer kleiner. Am Schluß hatten ganze 6 Fahrer weniger Punkte als ich - ich wurde 7. in der Tageswertung!!!

Für die ADAC-Fahrerwertung kam ich damit auf den 6. Platz und für die Wertung zum Deutschen Schüler-Trialpokal erhielt ich 11 Wertungspunkte für den 5. Platz!

Das war mehr als ich mir vorher hätte träumen lassen! Ich war überglücklich - einerseits. Andererseits fing ich natürlich an zu rechnen, was noch alles möglich gewesen wäre, ohne die dusselige Fünf und die überflüssige Eins am Ende... Das hat mich so beschäftigt, dass ich mit diesen Gedanken eingeschlafen bin.

Vielleicht war dies der Grund, dass es am Sonntag so nicht weiterging. Vielleicht auch, weil ich mich einfach sehr, sehr angestrengt habe am Samstag. Jedenfalls konnte ich am Sonntag mich in den ersten beiden Runden kaum konzentrieren. Egal was ich machte, es hat nicht richtig geklappt. Schon nach der ersten Runde war jede Hoffnung vorbei, dass es noch was werden könnte. 21 Punkte, 19 in der zweiten Runde. Erst in der dritten Runde ging es etwas besser, da kam ich "nur" auf 11 Punkte. Allerdings war es am Sonntag auch viel schwerer. Eine Stelle hab ich kein einziges Mal geschafft. Das hat mich voll genervt. Und auch einen dicken Baumstamm hab ich in der ersten Runde nicht geknackt - und normalerweise fahre ich die besonders gern.

Ich wurde an diesem Tag in der Tageswertung leider nur 37. Nein, das ist kein Schreibfehler, es war leider so. Für den Deutschen Schüler-Trial-Pokal kam ich auf den 29. Platz. Das liegt daran, dass für diesen Pokal nur die Fahrer gewertet werden, die nicht älter als 14 Jahre sind. Die Älteren fahren nur in der Tageswertung.

Insgesamt konnte ich 13 Wertungspunkte bei dieser JDM einfahren - das hat mich auf Platz 15 gebracht.

Gelungen ist mir das nur, weil wir im AMC Unterer Breisgau seit einem Jahr regelmäßig trainieren. Johannes Klement, unser Jugendtrainer, nimmt sich Woche für Woche Zeit, um mit uns zu üben. Wieder und wieder die gleichen Bewegungsabläufe, rechts rum, links rum. Er hat sich den Mund fusselig geredet, uns immer wieder einzutrichtern, was im Kopf ablaufen muss, während man ein Hindernis überfährt, was vor der Sektion geschehen muss, damit beim Durchfahren alles paßt und so weiter. Wir haben auf unserem Trainingsgelände jede Möglichkeit zum Training genutzt, jeder neue Stein wurde gleich unter die Räder genommen. Und im Sommer hatten wir die Gelegenheit, eine Woche intensiv in Frankreich zu trainieren. Das hat nicht nur wahnsinnig viel Spaß gemacht, das hat auch ganz viel gebracht.

Und Fabian? Fabian Werner hat sich schon Monaten spontan bereit erklärt, wenn es zeitlich irgendwie geht, mit mir zur JDM zu gehen. Mama geht zwar mit mir durch die ganzen BWJ- und TSG-Läufe, aber die JDM wollte und konnte sie nicht machen. Dank Fabian konnte ich also dieses Jahr zum ersten Mal an der Deutschen Jugend-Trialmeisterschaft teilnehmen. Ich war der jüngste Teilnehmer, und dass ich so ein tolles Ergebnis einfahren konnte, das habe ich nur geschafft, weil Fabian mit mir ganz ruhig die Sache anging und mir wertvolle Tipps gab.

Wir hatten vorher gar nicht viel Gelegenheit, miteinander richtig zu trainieren, aber ich habe sofort gespürt, wenn Fabian unzufrieden mit mir war. Ich denke, wir waren ein gutes Team, auch wenn ich nicht alles umsetzen konnte, was er mir sagte. Ich habe viel gelernt an diesen 4 Tagen und ich wünsche mir, dass wir möglichst viel miteinander trainieren können - die nächste Saison steht schon bald wieder vor der Tür...

Kevin Gallas - JDM Biberach 14./15.10.06

Letztes Update:
17.07.2009 20:50


4 AMC-Teams waren bei der JDM 2006 in Biberach am Start!