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Big-Boy-Style (7 MB)
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Armkiller-Sektion (6 MB)
Crash (5 MB)

Mein Fazit unserer Skandinavien-Tour:

Das Training mit Joa Hindren war ein beeindruckendes Erlebnis und allemal die Reise wert. Ich habe viel gelernt, neue Technik, aber auch Grenzen. Das war harte Schule, Schwerstarbeit, aber enorm effektiv. Ich hatte Trial auf höchstem Niveau täglich vor Augen, habe gesehen, was mit einem Trialmotorrad alles möglich ist, in einem wahnsinnigen Gelände.

Mit André Silander war das Training lockerer, aber auch von ihm habe ich viel gelernt. Er hat eine Woche seines Urlaubs für mich geopfert, mir teilweise richtig ins Gewissen geredet, viel erzählt von seinen Erfahrungen im Trialzirkus, ich habe aufmerksam zugehört... Seine Späße, seine Fröhlichkeit, das fehlt mir jetzt richtig... Ich habe viele nette Leute kennengelernt, die alle überaus hilfsbereit, interessiert und gastfreundlich waren. Die Fährüberfahrten waren wie Kreuzfahrten, beeindruckende Erlebnisse. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter, haben zum Teil Mittelmeeratmosphäre in Skandinavien erlebt. Und vielleicht, wenn ich ganz viel Glück habe, vielleicht sehe ich André schon bald wieder... (mehr verrate ich noch nicht).

Wer sich für mehr interessiert, ich habe hier chronologisch noch ein paar Eindrücke zusammengestellt...

15.08. Gegen Mittag machten wir uns auf die letzte Etappe unserer Skandinavien-Tour. Über Flensburg, Hamburg, Hannover und Frankfurt fuhren wir gen Süden - staufrei und ohne Verzögerungen. Ungewöhnlich für einen Freitag... Um 21.30 waren wir zu Hause.

14.08. Nach dem Frühstück war ich natürlich noch eine Runde Schwimmen. Doch plötzlich verdunkelte sich der Himmel und es begann zu regnen. Windig war es schon die ganze Nacht. So fuhren wir weiter über Karlskrona, Karlsstad nach Malmö, wieder über die Oeresundbrücke, vorbei an Kopenhagen in Richtung Westen, passierten die Brücke über den Großen Belt, auch ein gigantisches Bauwerk. In Fredericia übernachteten wir.

13.08. Der nächste Morgen überraschte uns - denn die Sonne schien von einem klaren Himmel. Leider mussten wir weiter in Richtung Süden... Wir fuhren immer an der Küste entlang. Manchmal bogen wir ab, wenn ein Sträßchen ganz nach vorne ans Meer führte. Aber manche Sträßchen erschienen einfach zu klein für Big Blue... Doch dann kamen wir an einen Traumplatz. Keine Menschenseele dort, ein kommunaler Badeplatz, mit Sandbucht auf der einen Seite, mit Sprungbrett auf der anderen Seite. Und eine wunderschöne Aussicht auf Inseln und Häuschen. Und ein Traumwetter noch dazu! Also nichts wie ins Wasser, dachte ich. Ich stand schon auf dem Sprungbrett, schaute nach den Mini-Fischen, die da rumschwirrten - dann etndeckte ich sie: eine Qualle! Igitt, nein, da wollte ich nicht ins Wasser. Und als ich näher hinsah, noch eine, und noch eine, größere und kleinere... In der seichten Bucht dasselbe. No way, da würde ich nicht reingehen! Also fuhren wir weiter, bis kurz vor Karlskrona.

Dort bogen wir auf die Insel Storkö ab. Auf dem dortigen Campingplatz standen wir 50 m vom Strand weg - und dort wollte ich nun sofort ins Wasser! Doch, oh Schreck, auch hier am Steg rechts und links alles voller Quallen! Ich war total enttäuscht, doch dann sah ich, dass die anderen Kinder die Quallen mit den Händen herausfischten. Mama fragte noch nach, ob diese Quallen gefährlich seien, aber das wurde verneint. Aber es kostete mich einiges an Überwindung, ins Wasser zu gehen. Erst sprang ich nur dann hinein, wenn ich mich genau vergewisserte, dass an dieser Stelle grad alles frei war. Doch nach und nach war es mir egal. Auch ich nahm die Quallen in die Hand - es waren keine Feuerquallen.

12.08. Nach einem Stopp in der Niederlassung der Fa. Fromm in Schweden fuhren wir in Richtung Süden, in Richtung Küste. Das Wetter änderte sich am Nachmittag. Als wir in Västervik ankamen, war es regnerisch. Wir fanden einen WoMo-Stellplatz direkt am Hafen, nur wenige Meter vom Zentrum entfernt. Das Abendessen fand leider bei strömendem Regen statt - wie bunt müsste das Treiben dort sein an einem sommerlichen Abend...

11.08. Als wir auf die Fähre fuhren, sah das Wetter nicht sehr freundlich aus. Es nieselte, es war windig und kalt. Das erleichterte den Abschied etwas. Wir wurden ganz durch ans Hecktor eingewiesen, verließen den Big Blue und fuhren mit dem Lift nach oben aufs Restaurant-Deck der MS Silja Galaxy. Ein schönes, skandinavisches Frühstücksbuffet wie auf der MS Silja Europa erwartete uns. Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Das Wetter besserte sich schnell, die Sonne kam durch und schon nach kurzer Zeit hatten wir strahlendes Sommerwetter, bis nach Stockholm, wo uns auf den letzten Metern ein heftiger Schauer erwischte. Aber danach war wieder reinste Bilderbuchsicht... Die Galaxy hat mir nicht so gut gefallen, weil dort nur für die kleinen Kinder ein Spieleparadies eingerichtet war. Den Gamestation-Bereich der Europa habe ich vermisst.

10.08. Eigentlich wollten wir es nun ruhiger angehen - aber das Wetter und André lockten. André "baute" mir Sektionen, teilweise aus der finn. Meisterschaft. Sein Vater war als Fänger meist mit dabei. Oft gestürzt bin ich nicht, aber ein paar Mal ging mein Plan halt doch nicht auf. André sagte oft: "Der kleine Chinese kupfert mir alles ab - und fährt es dann mit Null!" Und einen Spitznamen hab ich nun auch: Sie nannten mich "Duracell" - in Anlehnung an die Werbung mit den Spielzeughäschen, wenn Ihr wißt, was ich meine... Weil ich nicht genug bekommen konnte, weil ich immer noch mal fahren wollte, wenn alle anderen schon schlapp und müde waren... Es waren lustige und lehrreiche Tage mit André, an denen ich viel Blick für ein paar Gemeinheiten im Gelände gekriegt habe.

Außerdem waren wir zusammen in Helsinki. Das ist eine schöne, lebendige Stadt, mit vielen bunten Yachthäfen, vielen Grünflächen und vielen Riesenfelsen in den Parks. Das wären alles wunderbare Trialsektionen - und wir erfuhren, dass vor einigen Jahren dort auch tatsächlich ein Trial mitten in der Stadt durchgeführt wurde. Wir besuchten auch die finnische Niederlassung der Fa. Fromm in Espoo.

Wir haben gesehen, dass jedes Gebäude, auch jedes Firmengebäude in Finnland einen Bunker hat, der jährlich inspiziert wird, und dass ein Haus ohne Sauna eigentlich nicht vorstellbar ist. Zu kaufen gibt es in Finnland alles wie bei uns, nur ist es meist etwas teurer. Außerhalb der Stadt dominieren die Wälder und Felder und Seen.

Und dann hieß es Abschied nehmen von André und Finnland. Wir fuhren zurück nach Turku...

05.08. Beim Flughafen Helsinki gibt es ein zweites Trainingsgelände. Dort haben wir uns für den heutigen Tag mit Joa und Martin verabredet. Megasteile Felswände, stufige Rinnen, viele kleine Steine, die jeden Trialer zur Verzweiflung treiben können. Mehrere Steine nacheinander zu überfahren ist eine Sache, aber wenn dazwischen lose irgendwelche Hinkelsteinchen liegen, die von Runde zu Runde ihre Position verändern, dann paßt plötzlich die Spur nicht mehr, dann rutscht das Hinterrad weg, dann verliert man leicht den Rhythmus.

Meine erste Sektion ging über zwei größere Steine, dann eine Stufe hinauf, um einen Baum wieder herunter. Das kostete mich anfangs ganz schön Überwindung, aber gottseidank kann ich enge Kurven schon sicher fahren, und so konnte ich darauf vertrauen, dass mein Vorderrad rum kommt und ich nicht in den Abgrund stürze. An der Auffahrt auf den großen Felsen musste der Rhythmus und die Speed stimmen - dann war es ganz easy. Die 2. Sektion des heutigen Tages war eine Rinne zwischen zwei Riesenfelsen. In der Rinne stand noch ein Baum. Schon die Anfahrt zu der Sektion beinhaltete eine Mutprobe: plötzlich standen wir oben auf einem Felsen, und es ging 5 Meter fast senkrecht in den Wald hinunter. Als Mama nachher kam, hat sie es zuerst gar nicht glauben können, dass ich da auch runter gefahren bin. Aber was schier unmöglich erschien, war, wenn man es vorsichtig anging, eigentlich ganz leicht. Viel leichter als die stufige Rinne, die ich wirklich nie mit Null geschafft habe. Ich bin an einer Platte immer hängen geblieben. Und glücklicherweise kam auch noch André dazu, der hat mich da einpaar mal gefangen, sonst wäre ich übel abgeflogen.

Martin und seine Familie sind abends noch auf die Fähre nach Tallin und auf den Weg nach Polen, wo am Wochenende die Jugend EM/WM stattfindet.

So nach und nach trafen die Mitglieder des dortigen Clubs ein, der Dienstag ist ihr Trainingstag. Der BETA-Importeur brachte Kaffee und Kuchen mit, wir hatten reichlich Gesprächsstoff. Dann kam ein Dodge-RAM angebrummelt - und Thommy Avala, Weltmeiter Outdoor und Indoor, stieg aus. Er ist der GasGas-Importeur, und auch Mitglied in diesem Club. Wir saßen noch lange zusammen und führten Benzingespräche.

04.08. Heute ging es raus in die Prärie, steile Waldhänge mit Riesensteinen, das gibts im Kirkkonummi-Gelände nicht. Aber Joa sagt, wenn man gut sein will, muss man alles fahren können :-)

Die erste Sektion war schon hammerhart. Mehrere Stufen in unterschiedlichen Abständen hintereinander, eine ganz steile fiese am Ende oben auf dem Granitblock. Es erschien mir endlos lange, meine Kräfte gingen schon zur Neige, bis ich dann doch fehlerfrei hinaufkam. Und wenn alles passt, ist es ganz easy...!

Die zweite Sektion war z. K., einfach zum Kotzen! Vom Bachbett aus einen losen Waldboden fast senkrecht hinauf, da war zwar schon eine Spur hineingefahren, aber alles lose, alles rutschig, verdammt steil - ich musste einfach allen Mut zusammen nehmen, um es überhaupt zu versuchen. Und wenn das Hinterrad nur für einen Wimpernschlag den Bodenkontakt verloren hatte, war Sense. Ich stand mitten am Hang, saft- und kraftlos, den Tränen nahe. Dann fuhr ich doch noch einmal hinunter, wollte es noch ein einziges Mal versuchen. Mit den letzten Kraftreserven und unter der Anfeuerung von Joa und allen anderen habe ich mich bis hinauf gekämpft - um dann fast vom Motorrad zu fallen! Ich wollte nie mehr trialen, ich wollte sofort heim, ich war einfach total am Ende aller meiner Kräfte. Nach einer längeren Pause wollte ich dann doch wieder weiter fahren :-)

Dann gingen wir "schwimmen" - weiter im wilden Bachbett, durch urwaldähnlichen Bewuchs. Auf den ersten Blick sah das Bachbett sehr einladend aus. Viele große Wackersteine, und eine seichte Einfahrt. Doch die Sektion, die Joa für mich vorgesehen hatte, ging erst mal links das Steilufer hinauf, um einen Baum herum wieder abwärts und dann das Bachbett auf der einen Seite rauf und auf der anderen Seite wieder herunter. Ein Höllenritt auf den rutschigen bemoosten Steinen, das kann ich Euch sagen! Und der Steilhang war nicht nur steil, sondern der Boden total locker und voller glitschiger Wurzeln. Und bei der Abfahrt drohte man in den Bach direkt unten drunter zu stürzen - keine verlockende Aussicht, obwohl ja alle sehen wollten, wie ich "schwimmen" kann...

Doch auch hier war ich schon am Anschlag und am Aufgeben, doch dann riß ich mich zusammen und schaffte die ganze Sektion mit nur einem einzigen Fuß. Joa grinste zufrieden...

Gelernt habe ich heute vor allem eines, nämlich wie wichtig es ist, das Hinterrad zu kontrollieren, möglichst nicht den Bodenkontakt zu verlieren und möglichst das Hinterrad nicht springen zu lassen, wenn es über Kanten und Stufen geht. Und ich habe mal wieder den Wahrheitsgehalt des Spruches "Geht nicht gibt's nicht" erfahren!

03.08. Gegen Mittag haben wir uns mit Joa Hindren zum Training verabredet. Oh Mann, ich war vielleicht aufgeregt! Hoffentlich würde alles gut klappen! Hoffentlich würde ich mich nicht blamieren! Hoffentlich wird er nicht enttäuscht sein von mir! Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Nach der Begrüßung ging es gleich los. Warmfahren - naja, was so ein guter Trialfahrer eben unter "Warmfahren" versteht. Ich konnte nur den Kopf schütteln! Die erste "Sektion" war reines Balancetraining. Auf einem Baumstamm balancieren, so langsam wie möglich, vor dem runterfahren noch bis fünf zählen, dann erst runter fahren. Ich war so aufgeregt, dass ich erstmal nicht weit kam. Doch dann fand ich zu meiner Sicherheit, ich machte so was doch schon so oft, nur halt viel schneller.... In der zweiten Sektion ging es über kleine und große Hindernisse, in Kombination mit verflixt engen Kehren. Das Vorderrad am Baumstamm hochlaufen lassen und dann herum ziehen, nicht hetzen zwischen den Hindernissen, sondern voll konzentrieren und die unnötigen "Dapper" vermeiden - klingt alles logisch, hab ich alles schon oft gehört. Wieder und immer wieder musste ich meine Sektion fahren - im Wechsel mit Martin, einem 19-jährigen Norweger, der Jugend-WM und EM fährt. Für ihn hat Joa natürlich eine andere Spur gewählt!

In der dritten Sektion ging es dann richtig zur Sache. Eine fiese Steinrasselrinne, die nur mit entsprechender Geschwindigkeit und einem gewissen Maß an "Zorn" zu bewältigen war, mit anschließender 3-fach-Stufe, an der ich mir mehrfach regelrecht die Zähne ausgebissen habe. Auch hier ging es gar nicht, oder mit der richtigen Technik fast leicht. Wenn Joa da hinauf fuhr, sah es aus, als wäre es eine Spur für Mama! Am Schluß hatte ich keine Kraft mehr und wollte schon beinahe aufhören, da hab ich es mit Null geschafft. Und dann nochmal und nochmal und nochmal.

Joa hat dann noch demonstriert, was alles geht. Ich stand nur noch mit offenem Mund und großen Augen da. So was hab ich noch nicht gesehen! Einfach irre!

Joa ist 11-facher finnischer und mehrfacher skandinavischer Meister und war die Nummer 5 in der Weltrangliste. Dazu hält er mehrere Guiness-Rekorde im Weit- und Hochsprung. Mit seiner präparierten und modifizierten Scorpa-4-Takt-Maschine hat er uns noch ein paar Sprünge vorgeführt - der geht mit dem Motorrad um als sei es ein Spielzeug. Ich durfte auch noch eine Runde mit der Scorpa drehen - wenn man im 4. Gang Halbgas gibt, hebt sie vorne ab und ist fast nicht mehr zu bremsen :-)

Nach gut 4 Stunden war ich dann fertig mit den Nerven und der Kraft - dachte ich. Doch nach einer kurzen Pause habe ich dann mit André noch eine halbe Stunde drangehängt - so leichtes Stufentraining zum Absacken... ;-)

02.08. Wir mussten mal einkaufen! Und ans Meer wollten wir. Also ging es zunächst nach Kirkkonummi in den Supermarkt und dann in Richtung Porkalla, auf eine Landzunge, die sich weit ins Meer schiebt. Die Straße war kurvig und wurde immer enger, bis wir am Ende an einer winzigen Marina standen. Auf dem Parkplätzchen gabs nur eine einzige Ecke, die lang genug war für unseren Truck. Wir machten ein Päuschen, beobachteten das Treiben, das Anlegen und Auslaufen diverser Segelschiffe, ein Wet-Bike-Taxi, Hunde mit Schwimmwesten, eine Bootstankstelle und viele verschiedene Schiffstypen. Es war sehr interessant.

01.08. Heute war ein "Faulenzertag" angesagt. Wir hatten uns vorgenommen, einfach mal nichts zu machen. Ich wollte Mama mein "Geheimplätzchen" am See zeigen, mit dem Fahrrad. Daraus ist dann eine Tour um den ganzen See geworden, ca. 15 km hügelauf, hügelab. Das war ganz schön anstrengend. Anschließend war dann wieder Badezeit.

31.07. Nach dem Frühstück fuhren wir in Richtung Helsinki. Wir steuerten den Campingplatz in Oitaa nördlich von Espoo an. Von dort aus ging es nach Kirkkonummi zum Trial-Trainingsgelände, wo wir uns mit André Silander treffen wollten.

André hatte gleich seine Beta mitgebracht und wollte mir eine Trainingseinheit verabreichen. Also ausladen, anziehen und los gings!

Ach, wenn wir nur ein paar Quadratmeter dieses Geländes in Herbolzheim hätten! Die müssen hier keine Steine für gutes Geld ankarren lassen, die liegen hier einfach so herum. Im Prinzip ist die ganze Gegend, wie schon auch Teile in Schweden, von Gletschern abgeschrabbter Granit, teilweise bewachsen, teilweise blank, mit Wurzeln überzogen und in unterschiedlichen Höhen, mit Spalten und Stufen und Steilwänden und allem, was ein Trialerherz begehrt.

Die erste Herausforderung für mich war eine Doppelstufe, in der Zwischenebene war aber nicht ausreichend Platz für das Motorrad. Ich war total aufgeregt, aber André zeigte und erklärte mir, wo ich das Vorderrad anheben und wann ich den Gasstoß geben musste. Toll, wenn das Timing stimmt, dann gehts fast wie im Schlaf! Aber ich musste es nochmal und nochmal und nochmal machen. Es war trocken, da muss es "sitzen", damit es auch bei Nässe noch klappt... So fuhren wir mehrere Kombinationen rund um den Berg - bis ich nach ca. 3 Stunden vollkommen fertig, aber glücklich war!

Dann fuhren wir die paar Kilometer zum Campingplatz und checkten dort ein. Ein schöner Platz mit viel Gras, direkt am See. Wir stellten uns auf einen Soloplatz, der mit Hecken und Bäumen von der großen Fläche abgetrennt ist. Markise raus, Badehose an und hopp ins Wasser! Wow! Was für ein Tag!

30.07. Wir hatten uns den Wecker auf 5 Uhr gestellt - und dachten beim Aufwachen, wir hätten verpennt! Die Sonne war schon aufgegangen und schien uns in die verschlafenen Gesichter. Doch die sofortige Überprüfung ergab, dass wir rechtzeitig dran waren und alles seine Ordnung hatte. Wir waren einfach nur weiter nördlich, da ist der Tag im Sommer viel länger. Am Check-In standen schon einige Fahrzeuge. Wir stellten uns in die Reihe und warteten, bis um 6.00 Uhr die Counter öffneten. Dann ging alles ganz schnell. Reservierungsnummer - ein kurzer Blick auf Big Blue - Verweis auf Spur 6. Dort mussten wir dann warten, bis unser Schiff einlief, festmachte und die Passagiere und Fahrzeuge von Bord waren. Das geht alles ganz schnell - nach ca. 20 Min. ist das Schiff leer. Die ersten Trucks und Trailer werden an Bord gebracht, dann waren auch schon wir an der Reihe. Mit eingeklapptem Spiegel ging es auf einer Spur bis ganz vor in den Bug. Wir stiegen aus und gingen bis ins Restaurant-Deck. Im "Maxims" war ein exklusives Frühstücksbuffet aufgebaut - und wir versuchten alle Köstlichkeiten. Wir saßen direkt an der verglasten Fensterfront und konnten dabei das Auslaufen aus dem Hafen und die Fahrt durch Stockholm genießen.

Nach dem Frühstück lockte der Rest des Schiffes. Wir bummelten durch die verschiedenen Decks, und vor allem ganz oben das Sonnendeck hat mich interessiert. Eine tolle Aussicht hat man von da oben! Und es ist beeindruckend, wie der Kapitän diesen schwimmenden Koloss durch die engen Windungen bugsiert, vorbei an unzähligen Inseln und Inselchen. Sogar ein Pool und eine Saunabereich ist an Bord. Aber ich interessierte mich mehr für "Pirates Island" - eine Spielzone, wo es jede Menge verschiedene Spielekonsolen und Spiele gab. Dort hielt ich mich eine ganze Weile auf, bis ich mir mal zwischendurch wieder den Wind um die Nase wehen ließ.

Der Weg von Stockholm bis aufs offene Meer dauert mehrere Stunden. Dann werden die Inseln kleiner, niedriger, unbewachsen, die Wasserfläche dazwischen wird größer, bis man auf der offenen Ostsee ist. Doch schon bald sieht man am Horizont die Aland-Inseln. In Mariehamn legte die Fähre kurz an. Dann ging es weiter in Richtung Turku, wieder durch ein Inselgewirr und mit unzähligen Richtungswechseln.

In Turku/Finnland trafen wir planmäßig ein. Mit dem Lift fuhren wir bis ins unterste Deck zu unserem Big Blue, und nach wenigen Minuten öffnete sich das Bugtor und wir wurden hinaus gewunken. Wir fuhren noch ein Stück aus Turku hinaus und übernachteten auf einem Parkplatz an der Landstraße nach Helsinki.

29.07. Nach dem Frühstück war natürlich nochmal Baden angesagt. Erst am Nachmittag wollten wir die letzten 300 km nach Stockholm fahren. Das Fährterminal im Västahamn (Westhafen) war leicht zu finden. Wir stellten uns für die Nacht auf einen Parkplatz direkt neben dem Checkin nach Finnland. Der war erst am anderen Morgen offen. Während wir Pizza essen gingen, konnten wir das Auslaufen der Silja Galaxy beobachten, das Schwesterschiff unserer Silja Europa, mit der wir am nächsten Morgen fahren würden. Das sind schon riesige Giganten, die unzählige Autos in ihrem Bauch verschwinden lassen!

28.07. Erstmal hieß es ausschlafen! Dann frühstückten wir gemütlich und anschließend wollte ich nochmal zum Baden gehen. Aber die Wellen haben viele Quallen angeschwemmt, der ganze Strand lag voll. Da hatte ich keine Lust, ins Wasser zu gehen. Also sind wir dann losgefahren, über die Fehmarnsundbrücke nach Puttgarden und dort auf die Fähre nach Rodbyhavn/DK. Die Überfahrt war schön, eine Möwe "verfolgte" uns fast die ganze Zeit auf gleicher Höhe. Nach ca. 45 Min. waren wir dann in Dänemark. Wir fuhren nördlich in Richtung Kopenhagen, dann östlich über die Oeresundbrücke in Richtung Malmö/S. Vorher geht es noch durch ein Tunnel unter dem Meer, oben drüber fahren die großen Schiffe, dann "taucht" man auf und fährt über die riesige Brücke. Schön, schnell, unspektakulär. Wir hielten uns wieder nördlich in Richtung Jönköping. Diese Stadt liegt am südlichsten Punkt des Vättern, ein riesiger See in Südschweden. Direkt daneben liegt die Stadt Huskvarna mit der berühmten Fabrik gleichen Namens. Auch ein Huskvarna-Museum gibt es dort. In Gränna kamen wir am Nachmittag auf dem Campingplatz an. Ich badete ausgiebig in der schön angelegten Lagune. Direkt daneben ist ein kleiner Yachthafen und ein Fährschiff pendelt auf die Insel im Vättern. Zwischen Lagune und Hafen gibt es mehrere kleine Restaurants und Bars, an der Hafeneinfahrt steht sogar ein kleiner Leuchtturm - ein Flair wie am Mittelmeer. Und dazu dieses Wetter! Strahlend blauer Himmel, kein Wölkchen zu sehen, ein leichter Wind, 30 Grad, die sich angenehm anfühlen - Bilderbuch!

27.07. Sonntag Morgen in aller Frühe: Endlich fahren wir los. Ich konnte es kaum erwarten...

Über Frankfurt - Kassel - Hannover - Lübeck fahren wir in Richtung Norden. In Heiligenhafen, ca. 800 km nördlich von Baden-Baden, übernachten wir auf einem wunderschönen WoMo-Stellplatz, direkt am Strand. Während der Fahrt habe ich überwiegend geschlafen. Deshalb war ich nicht zu bremsen - ich ging gleich zum Baden in die Ostsee. Oh Mann, war das herrlich! Sonne, Wind, Wasser, Wellen - ich wollte gar nicht mehr heraus. Aber der Magen knurrte - so gingen wir ca. 500 m ins Städtchen, an den Hafen und aßen dort zu Abend. Anschließend bummelten wir noch durch die Gäßchen und wieder zurück zum Stellplatz.

In den letzten Jahren waren wir ungefähr so weit südlich gefahren, nach Frankreich zum Trialen, diesmal also nach Norden. Und die Fahrstrecke zu unserem nördlichsten Punkt bei Helsinki ist ungefähr so weit entfernt wie Südkroatien oder Süditalien oder Spanien, ca. 1600  km. Hinzu kommt die Überfahrt mit der Fähre.

 

Kevin Gallas - Sommertraining in Finnland

Letztes Update:
17.07.2009 20:22


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