August 2009: Fotos
Nun endlich komme ich dazu, von unserem Finnland-Aufenthalt zu berichten.
Das Wetter war super, meist 20 - 25 Grad und sonnig. Ideales Trialwetter. Im Gelände des MP Taito in Kirkkonummi hat mir André viele Sektionen gebaut das Jahr über. Wenn er trainierte, machte er sich immer Gedanken, wo er mich drüber schicken könnte. So brauchte er nicht lange überlegen, als ich da war: Dann fährst Du da, und da und da... Da es meist trocken war, waren die Steine recht griffig und auch die Wurzeln nicht soooo glitschig wie bei feuchten Verhältnissen.
Am ersten Wochenende sind wir nach Vammala gefahren, nicht weit weg von Tampere, ca. 200 km nördlich von Helsinki. Dort fand ein Lauf zur Finnischen Meisterschaft statt. Und ich durfte in der Klasse B Nuoret (Jugend) starten. Ich war voller Erwartungen, vor allem nachdem man mir von Timo Myöhänen erzählte, der etwa in meinem Alter ist und schon an EM-Läufen teilgenommen hat.
Bei der Besichtigung sahen die Waldsektionen ziemlich einfach aus. Doch dann fing es an zu regnen. Am nächsten Morgen blieb es zwar von oben her trocken, aber der Waldboden sowie Moos und Flechten auf und um die Steine haben sich mit Wasser vollgesogen. Alles war rutschig.
Und mir gelang an diesem Tag einfach nichts. Es passte nichts zusammen. André zeigte mir die Spuren, die ich nicht traf. Schon an den einfachsten Stufen blieb ich hängen, zu den eigentlichen Schwierigkeiten bin ich teilweise gar nicht gekommen. Das war mega-mega frustrierend! Ich habe fast durchgedreht, dachte, ich hätte das Trialfahren verlernt. In der ersten Runde waren schon 33 Punkte auf meinem Konto - während Timo im ganzen Wettbewerb nur 30 Punkte sammelte. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich war traurig und enttäuscht nach dem Wettbewerb - und erst in den Tagen danach konnte ich mich darüber freuen, dass ich mich in den nächsten Runden steigern konnte und dass ich überhaupt an einer solchen Meisterschaft teilnehmen konnte. Nur ein paar Punkte weniger, und ich hätte mich weiter vorne platzieren können.
Auch die Eindrücke aus dem Fahrerlager waren interessant. Da standen nicht wie bei uns inzwischen üblich, Wohnmobile über Wohnmobile. Nur wenige Wohnwagen und Wohnmobile waren zu sehen, meist kamen die Fahrer mit Transportern, die technisch gut ausgestattet waren, aber oft nur eine Pritsche - wenn überhaupt - zum Schlafen boten.
Eine Woche später bei der Nordischen Trialmeisterschaft in der Varubodden Areena in Kirkkonummi. Obwohl es in den Nächten empfindlich kalt war (teilweise hatten wir noch 4 Grad morgens), schliefen einige Norweger unter einem Pavillon-Zelt im Schlafsack.
Hier das Programm mit Starterliste
In Kirkkonummi waren die Sektionen rund um den Wasserturm angelegt. Alle Sektionen waren zu Fuß gut erreichbar, es gab reichlich Parkplätze und so waren viele Zuschauer an den Sektionen. An diesem Tag war ich ganz gut in Form und kam auch mit den schweren Sektionen ganz gut zurecht. Aber aufgeregt war ich natürlich trotzdem. Ich war noch nie in einem Wettbewerb mit so vielen Fahrern, die ich bislang nur aus den Berichten von EM und WM gehört habe. Und natürlich war ich auch immer wieder abgelenkt, wenn ich den einen oder anderen in der Sektion vor mir oder neben mir fahren sah.
Ich konnte mich im Mittelfeld platzieren, wurde 12. von 22 Fahrern. Es wäre auch hier mehr möglich gewesen, aber zu viele Punkte habe ich verschenkt in den ungewohnt langen Sektionen.
Besonders schön waren die Erlebnisse rund um das Trial. André als Minder, das war wie immer super. Aber auch seine Nachbarn, Tiina und Teemu kamen zum Zuschauen. Die beiden Väter von André und Joa haben zugeschaut und interessierten sich. Und ganz plötzlich wurde ich vor dem Big Blue sogar auf Deutsch angesprochen - z. B. von Maarten Mager aus Norwegen. Auch er interessierte sich dafür, welcher Weg uns so weit in den Norden führte.
Und natürlich galt mein besonderes Interesse den Norwegern, die ich beim Training mit Joa Hindren letztes bzw. dieses Jahr kennen lernte.
Außer Trialfahren haben wir natürlich auch noch andere Dinge gemacht. Wir waren Bootfahren mit André, ein super Ausflug aufs Meer, rund um Helsinki herum. Die Fahrt endete etwas abrupt, weil plötzlich Regenwolken aufzogen und die Wellen hoch und höher wurden. Mit einem "Höllenritt" düsten wir in den Hafen zurück...
Wir machten Ausflüge in die Umgebung, waren am Meer und es gab viel Zeit zum Ausruhen und Faulenzen.
Die 4 Wochen waren viel zu schnell vorbei. André und sein Vater machten meine beiden Mopeds wieder fit und wettbewerbsfähig - und ganz nebenbei erhielt ich eine Schulung im Schrauben und Warten ;-)
Wir sind dann wieder mit der Fähre von Turku nach Stockholm und von dort über Malmö, Oersundbrücke, Kopenhagen, Storebeltbrücke, Flensburg, Hamburg, Hannover, Frankfurt nach Baden-Baden gefahren und von dort gleich am nächsten Tag zum Wettbewerb nach Biberach.
Letztes Update:
16.11.2009 21:10