19.04. Fotos Ich war soooo aufgeregt - schon Tage vorher. Und dann regnete es zwei Tage ohne Pause... Doch am Sonntag Morgen schien die Sonne vom wolkenlosen blauen Himmel, aber es war kühl.
So machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Trialgelände. Wir hatten reichlich Zeit, denn Start war für mich erst um 13.00 Uhr. Also konnten wir in aller Ruhe erstmal die Sektionen anschauen. Ich war ziemlich ungeduldig und unkonzentriert.
Die Zeit bis zum Start kam mir ewig lang vor. Richtig erleichtert war ich, als Mama sagte, Michael Götz würde mit mir fahren. Das war cool. Michael war mehrere Male mein Instruktor bei Lehrgängen. Damals war ich totaler Anfänger in der roten Spur! Und jetzt durfte ich mit ihm fahren! Auf jeden Fall weiß er, wie es geht und ich war mir sicher, von ihm manchen guten Tipp zu erhalten.
So machten wir uns auf die erste Runde. Schon in der zweiten Sektion erwischte es mich dann. Meine Spur führte erst über die steile Schrägplatte und dann über den Betonquader! Mir rutschte fast das Herz in die Hose, als ich das bei der Sektionsbegehung sah! Doch Michael sagte mir, wie ich es angehen sollte. Er und Ralph Oberle stellten sich als Fänger hin - doch ich kam gar nicht so weit...
Die Platte war kein Problem, aber ich knallte mit beiden Rädern voll gegen den Quader, mein Moped flog im hohen Bogen seitwärts und rückwärts und landete auf dem Lenker. Ich bin vorher abgesprungen und landete im Dreck. Meine arme Evo! Ich bin dann erstmal zum Auto zurück, wo Papa den Lenker und alle Hebel wieder in Stellung brachte. Nach kurzer Verschnaufpause war ich dann an der nächsten Sektion.
Ich weiß nicht so genau, was ich da machte oder warum - jedenfalls bin ich völlig gedankenverloren gleich nach dem A-Schild links abgebogen und voll durchs rote Tor gefahren! 3 Sektionen - 10 Punkte? Das fing ja gut an...
Mama meinte, jetzt hätte ich gleich alles schon durch, was zu einer guten Trialveranstaltung gehört - jetzt könnte ich endlich anfangen, völlig ruhig und konzentriert meine Sektionen fahren. Und von da an lief es dann plötzlich.
Ich konnte mehrere Sektionen fehlerfrei fahren, beim Versetzen brauchte ich kaum einen Fuß, die Kurven konnten noch so eng sein, ich kam rum. Meine Rundenkarte gab ich mit 19 Punkten ab. Naja, dachte ich, mein erster Wettbewerb, da kann ich nicht mehr erwarten...
In der zweiten Runde lief es gut weiter. Ich merkte, dass ich technisch ganz gut mithalten konnte, den Block kam ich fehlerfrei hinauf, nachdem mir Michael noch einmal erklärte, was ich besser machen konnte. Mehrere "Dapper" waren unnötig - 13 Punkte. Ich war zufrieden. Doch als ich einen Blick auf die Rundentafel warf, erkannte ich, dass ich damit gar nicht so schlecht lag. Mensch, da ist vielleicht noch was drin, sagte Mama. Lass die Füße auf den Rasten, nicht so schusselig Füße setzen - da geht noch was!
Jetzt war mein Ehrgeiz angestachelt. Das wollte ich nun wissen. Und dann riss ich mich noch einmal voll zusammen und konnte 10 Sektionen mit nur 2 Fehlern fahren! Das war super, aber hat mich enorm viel Kraft gekostet. In der letzten Sektion ging mir dann die Puste aus. Ich konnte nicht mehr, hatte keine Kraft mehr in den Händen, den Fingern, den Armen, ich bekam das Vorderrad nicht mehr hoch. Also musste ich noch zwei Füße setzen und konnte mit 4 Punkten die 3. und letzte Runde beenden.
Dann ging das Warten los an der Rundentafel, denn noch waren nicht alle Blau-Fahrer im Ziel. Aber nur einer konnte mir noch gefährlich werden. Ich wartete, und wartete - und dann stand endlich fest: Ich hatte meinen ersten Lauf in der Klasse der Spezialisten GEWONNEN!
Ich war so happy! Das Training der letzten Wochen und Monate hat sich voll gelohnt. André hat mir die richtigen Techniken beigebracht, damit ich ganz gut durch die Sektionen komme. Klar, meine Kondition lässt noch zu wünschen übrig, da muss ich weiter dran arbeiten, das habe ich gestern gemerkt. Und ich muss weiter üben und trainieren, damit ich noch sicherer werde.
Entscheidend zum gestrigen Sieg haben aber noch andereFaktoren beigetragen. Natürlich Michael Götz, der mit seiner ruhigen Art mir meine Nervosität genommen und mich in den Wettbewerb gebracht hat. Und ganz wichtig und aufbauend war natürlich auch das Interesse meiner Clubkameraden und Freunde, die sich so hilfsbereit zeigten, sich als Fänger anboten, staunend zusahen, wie ich mich durch die Sektionen kämpfte. Das macht Spaß, das spornt mich an. Alec zum Beispiel ist zwei Runden zu Fuß mitgegangen, hat mit gepunktet, mitgefiebert und sich mitgefreut.
So habe ich das früher auch gemacht, als ich anfing. Da war für mich das absolut größte, mit Christian Gebhardt "mitzugehen". Oder gar die Wasserflasche tragen und "offizieller" Wasserträger sein zu dürfen. Fast habe ich mich damals als mit Tobi und Pati um dieses Privileg "geprügelt". Jetzt macht es Alec bei uns.
Ich freue mich besonders darüber, dass er in der Automatikklasse auch Erster wurde! Da hat sich das Training, das ich mit ihm letztens gemacht habe, auch voll gelohnt. Und mir hat es Spaß gemacht, ihm die Techniken zu zeigen, die mich damals nach vorne brachten.
Also ich möchte mich bei allen Fans und Freunden bedanken, die mit geholfen haben, dass ich beim ersten Wettbewerb der Saison gleich so einen Riesenerfolg haben konnte.
Letztes Update:
17.07.2009 20:09