Fotos

Zum Saar-Jugend-Trial in St. Wendel sind wir am Freitag Nachmittag aufgebrochen. Eine schöne Fahrt durchs Elsaß, über Haguenau, Bitche nach Zweibrücken und dann noch ein Stückchen nördlich nach St. Wendel.

Schon bei der ersten Besichtigung der Sektionen kamen mir Zweifel, ob ich da wohl die Pfeile richtig interpretiert habe, denn ich hatte an einigen Stellen keinen Plan, wie ich das bewerkstelligen sollte. Einiges schien mir unlösbar, unfahrbar - jedenfalls für mich.

Am Samstag machten wir zunächst ein Foto vom ganzen Trail + Trial Racingteam, denn es ist selten, dass alle fünf Fahrer im gleichen Wettbewerb an den Start gehen können.

Wir waren zunächst mit Pauline und ihrem Vater auf der Runde, begleitet von Edgar, der schon gleich in der zweiten Sektion mit seinem geschulten Auge mir aus der Ratlosigkeit helfen konnte, als ich hangabwärts stehend, auf eine höher liegende Betonplatte springen sollte. Mit dem richtigen Abstand zum Hindernis und der entsprechenden Technik geht das auch, ohne die Bodenplatte an die Kante setzen zu müssen.

In der nächsten Sektion war für mich der hohe Ochser die erste Hürde. Aber auch hier konnte mir Edgar die richtige Technik erklären und stand als vertrauensvoller Fänger parat. Ich kam mit der Bodenplatte auf, aber ich war oben und konnte das Motorrad aus eigener Kraft hinaufziehen.

So ging das weiter, fast in jeder Sektion waren zwei bis drei Kniffelecken, wo mir Edgar eine gute Lösung zeigen konnte. Voller Vertrauen bin ich seinem Rat gefolgt und über dicke Kanalrohre und hohe Kanalschächte hinauf gefahren, habe mich überwunden, über Steinkanten den Hang hinunter zu springen, obwohl ich dachte, das würde in einem Abstieg über den Lenker enden. Ich parkte an Stellen ein, wo ich normalerweise nie den Versuch gemacht hätte und habe mich auch wieder aus Mistecken "befreien" können, wenn es mal nicht ganz passte.

Die Sektionen waren überwiegend sehr lang. Die Stoppuhr war dabei, kam aber nicht zum Einsatz, weil eine Durchfahrt der Sektion in 90 Sekunden meist sowieso nicht machbar gewesen wäre. Da der Schwierigkeitsgrad für Weiß und Blau sehr anspruchsvoll war und auch für Grün die Latte recht hoch hing, kam es zu teilweise großen Staus vor den Sektionen, trotz freier Sektionswahl.

Nach knapp drei Stunden in großer Hitze und Staub hatten wir die erste Runde mit 13 Punkten absolviert. In den weiteren Runden versuchte ich, die Stellen noch besser, mit noch weniger Füßen zu fahren. In Runde 2 konnte ich mich auf 9 Punkte verbessern, Runde 3 wäre fast eine 3er-Runde geworden, aber mir ging einmal der Motor in der Sektion aus, so wurden es 8 Punkte.

In der vierten Runde versuchte ich noch einmal alles, aber nach über 6 Stunden Wettbewerb waren meine Kräfte am Ende. Mir rutschte einmal das Hinterrad weg und der Lenker war am Boden - Fünf. Und den hohen Ochser schaffte ich einfach nicht mehr...

Ich war so froh, als alles vorbei war. Beim Blick auf die Rundentafel war ich dann total erstaunt, denn ich konnte fast nicht glauben, was ich da sah: ich hatte 46 Punkte! Aber das war noch nicht alles - der Zweitplatzierte in der Klasse der Jugendlichen Spezialisten hatte 73 Punkte! Ich war happy, ich habe gewonnen! Wer hätte das am Freitag Abend gedacht? Ich jedenfalls nicht... Dank Edgar habe ich in diesem Wettbewerb sehr viel gelernt - aber ich hatte auch zum ersten Mal richtig Angst und Kniezittern an einigen Stellen...

Viele Fotos habe ich leider nicht anzubieten, denn Mama stand meist in den Sektionen und hatte kaum eine Hand frei für den Fotoapparat!

Wir fuhren nach der Siegerehrung dann am Abend weiter nach Kirchheim/Teck, wo am Sonntag der BWJ-Lauf auf dem Plan stand.

 

Kevin Gallas - Jugend-Trial in St. Wendel 13.06.09

Letztes Update:
17.07.2009 20:13


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