Ölbronn stand im Kalender - und für Big Blue und andere "Dickschiffe" haben sie dort extra die Durchfahrtshöhe auf dem Weg zum Fahrerlager vergrößert und die Bäume entastet!
Das Trial am Samstag war nicht leicht. Doch ich konnte alle Sektionen fehlerfrei bezwingen! Es gab keine Staus, ich war guter Dinge - und ließ mich wieder einmal zum "hetzen" verleiten. An die Sektion hinfahren, nicht anhalten, Punktrichter winkt - reinfahren - Fuß! Mist, so sammelte ich 4 unnötige Punkte in Runde 2. In Runde 3 und 4 hab ich mich bewußt etwas gebremst und beendete beide Runden mit nur 1 Punkt. Damit hatte ich genau einen Punkt Vorsprung auf den Zweitplatzierten - mein dritter BWJ-Sieg in Folge und die Führung in der Tabelle weiter ausgebaut.


Der Wettbewerb am Sonntag war mein bislang absolut schwerster! Kurz nach dem Start fing es an zu schütten - und gleich in der ersten Sektion hat es mich voll erwischt. Mir rutschte das Vorderrad weg, ich stürzte und landete mit der Oberlippe auf einem Stein. Aua, meine Zähne - ich fürchtete schon Schlimmes! Doch es war nur die Lippe lädiert. Sie wurde dick, schmerzte und pochte. Mit Eispacks wurde gekühlt, mit Getränken gespült, mit Worten gesalbt und der Regen wusch die Tränen weg. Nach einer kurzen Pause kämpfte ich weiter.

Die Sektionen waren so rutschig und glitschig, dass ich fast die Hänge nicht mehr hinauf kam. Aber irgendwie hab ich es doch geschafft, mit 32 Punkten die beste erste Runde zu fahren in der Klasse 4. In der zweiten Runde wurden einige Sektionen entschärft, aber es kostete mich unendliche Kraft, die kleinsten Hindernisse zu überwinden. Meist musste ich das Vorderrad erst mühsam hochhieven, dann mit den letzten Kräften irgendwie das Hinterrad hochziehen, dabei zu versuchen, nicht mit den Füßen wegzurutschen - und 2 m weiter dann am nächsten Hindernis dasselbe Spiel. Ich hatte noch einen Abflug, der Lenker landete auf meinem Unterarm und ich dachte zuerst, der ist ab. Aber auch hier war nichts passiert, nach einer kurzen Pause konnte ich weitermachen. In der dritten Runde dann noch eine unsanfte Landung auf dem Steißbein - ich war bedient. So viele Stürze an einem Stück hatte ich schon ewig nicht mehr, bzw. ich kann mich gar nicht dran erinnern, dass es mal so "dick" kam. Ich war körperlich total am Ende, als ich meine letzte Rundenkarte abgegeben habe.
Bilder gibts von diesem Tag nicht viele - denn auch mein Minder war an diesem Tag total gefordert und hatte keine Zeit zum Fotografieren!
Umso größer war meine Überraschung, als ich realisierte, dass ich ZWEITER geworden war! Da hat sich doch der Kampf gelohnt, und jeder einzelne Stein hat dazu beigetragen, dass ich selbst unter diesen für mich neuen und schwierigen Bedingungen meine Tabellenführung noch weiter ausbauen konnte!

Letztes Update:
17.07.2009 19:51e -->