Bis Anfang Januar war unklar, ob ich in Riesa starten konnte.... 

Aus Krakau zurück, ging es direkt ins Krankenhaus, wo umfangreiche diagnostische Untersuchungen das unerfreuliche Ergebnis brachten: mehrere Mikrobrüche im Knöchel, Bänder angerissen und gedehnt. Es folgten tägliche Physiotherapiesitzungen in Baden-Baden, wo mich der Zufall in die Hände von Halil Senpinar führte. Ein glücklicher Umstand, denn er erkannte, was die Fortsetzung der WM für mich bedeutete. Mit allen erdenklichen Therapien förderte und forderte er mich. Es war kein Zuckerschlecken, sondern harte Arbeit, vor allem da Geduld nicht zu meinen ausgeprägten Stärken gehört. Selbst an den Weihnachtsfeiertagen wurde die Behandlung fortgeführt, jede Minute ausgenutzt. 

Anfang Januar ergab die Kontrollaufnahme, dass ein Start zwar mit Risiken verbunden, aber möglich ist. Keine Frage, ich wollte starten. So war die Vorbereitung für das ganze Team wieder mit erheblichem Stress verbunden, überall Urlaubszeit, MH Motorräder im Umbau, das Motorrad noch gar nicht dort, die Lizenz für 2017 noch nicht da und so weiter. Aber wieder hat alles - wenn auch auf den allerletzten Drücker - geklappt und wir machten uns auf den Weg nach Riesa. 

Ich schonte meinen Fuß, wo immer es ging. Hochlegen, kühlen, jeden unnötigen Schritt vermeiden. Mein Team umsorgte mich vorbildlich.

Im Qualifying lief es ganz gut, aber in den Rennen setzte sich das nicht mehr ganz so gut fort. Ich erwischte nur mittelmässige Starts. Im 3. Finalrennen hatte ich zwar den Holeshot, aber das Rennen wurde nach einem Sturz eines Fahrers mit der Roten Flagge beendet.

Beim Neustart konnte ich das dann nicht mehr schaffen. 

Die ersten Rundenzeiten waren gar nicht so schlecht. Aber nach 4 Wochen Trainingspause, ohne ein einziges Konditionstraining oder gar auf dem Bike trainiert zu haben, fehlte mir einfach die Kondition, um über die volle Distanz vorne mitfahren zu können. Mit den Plätzen 11, 7 und 6 in den 3 Finalrennen reichte es am Ende doch noch für den 10. Platz.

Jetzt muss ich meinen Fuß auskurieren, dann geht es ans Trainieren. Ich hoffe, dass ich zu den beiden letzten Läufe in Spanien und Frankreich im März wieder 100 % fit bin. Mal sehen, was dann "drin" ist.

Vielen Dank an mein Team Hill Climb, meinen Hauptsponsor Grenzgaenger sowie MH Motorräder und Endurides by Marko Prodan, die mir auch in diesen ungewissen Wochen unterstützend und motivierend zur Seite standen.

Einen hab ich aber noch:
Danke an Holger Dettmann, der diesen Frontflip festhalten konnte. Stilsicher bin ich über das Hindernis gesegelt. Ohne größere Blessuren oder Schäden am Bike konnte ich meine Runde fortsetzen.