Am heutigen Sonntag zog es mich zum Wiesel X in den Osten Deutschlands, nahe Chemnitz. Nachdem die Anmeldung sowie die technische Abnahme binnen 5 Minuten reibungslos verlief, ging ich die ca. 1 km lange Prologstrecke ab, da dieser Auftakt der Veranstaltung direkt im Anschluss an die Fahrerbesprechung um 9:45 stattfinden sollte.

Die Strecke war technisch anspruchsvoll und erinnerte mich an ein klassisches Enduro, da sie meist aus einem oder mehreren Singletrails bestand.

Es wurde im Abstand von einer Minute gestartet, was ein faires Ergebnis bedeutete, da man nicht auf seinen Vordermann auflaufen würde, wenn er stürzt oder hängen bleibt. Ein wenig nervös war ich schon vor dem Start, aber ich konnte mich auf meinem Run gut konzentrieren und bis auf 2 kleine Fehler einen nahezu perfekten Prolog hinlegen. Belohnt wurde ich mit dem Prologsieg knappe 2 Sekunden vor Derrick Görner! Ich war sehr glücklich und gespannt, was das nächste Gruppenrennen bringen würde. 


s.b.foto

Zeit, die ganze ca. 5 km lange Runde anzuschauen, hatte ich leider nicht mehr, also ging ich ziemlich aufgeregt zum Start, welcher auf einem Wiesenstück ein wenig unterhalb des Fahrerlagers stattfinden sollte. Dank meines Prologsieges durfte ich mir als erstes meinen Startplatz aussuchen, was ein klarer Vorteil beim Start war. Leider sprang mein Motorrad nicht an und ich musste kicken, so kam ich als einer der letzten aus dem Startareal und machte mich direkt dran, das Feld von hinten aufzurollen. Dies gelang mir ziemlich gut und ich fand mich gegen Ende der ersten Runde schon auf dem 3. Rang. In Runde 2 konnte ich mich auf den Zweiten vorschieben, jedoch hatte ich noch beträchtlich Rückstand auf den führenden Martin Wilholt. Diesen konnte ich bis zur Mitte des Rennens wettmachen und in Führung gehen.


s.b.foto

Nun hieß es taktieren, da mir Martin nicht vom Hinterrad wich. Ich setzte also meine Kraft überlegt ein und nutzte die technisch anspruchsvolleren Stellen, um Zeit gut zu machen. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte ich mich noch einmal steigern und einige Sekunden auf Martin herausfahren. Nach genau einer Stunde und 13  Sekunden kam ich von meiner 9. Runde ins Ziel und wurde abgewunken. Laufsieg für mich! Mega Happy!!

Jetzt hatte ich Zeit, mich etwas zu erholen und den anderen bei ihrem 2. Gruppenlauf zuzusehen. Es war abzusehen, dass sich die Strecke ausfahren und alles immer rutschiger werden würde.

Durch meinen Laufsieg hatte ich mich logischerweise auch für das auf den Nachmittag angesetzte Champ Race qualifiziert, in dem die besten 10 aus jedem Lauf noch einmal auf 8 mit sehr vielen extra Hindernissen gespickte Runden geschickt werden, um den Tagessieg auszufahren.


Michael Geißler

Da Derrick Görner den 2. Gruppenlauf gewonnen hat,  standen wir nebeneinander in der ersten Reihe am Start, bei dem alle 5 Sekunden ein weiteres Fahrerpärchen auf die Strecke geschickt wurde.

Ich war ziemlich aufgeregt, Kopf an Kopf mit einem mehrmaligen  Deutschen Enduromeister am Start zu stehen. Doch ich konzentrierte mich voll und konnte den Start für mich entscheiden. Derrick war jedoch nicht abzuschütteln und wir fuhren die erste Runde dicht hintereinander. Im Mittelteil war als Extrahindernis ein riesiger Baumstumpf eingebaut, welchen ich nicht gesehen hatte und wie beim vorherigen Lauf umfahren wollte. Erst im letzten Moment sah ich, dass dort abgesperrt war. Aber es war zu spät, um zu reagieren. Ich blieb hängen und Derrick zog an mir vorbei. Jedoch konnte ich an ihm dranbleiben und einige Kurven später unterlief ihm der gleiche Fehler wie mir zuvor, wo es auch plötzlich rechts abging anstatt geradeaus.

Ich war also wieder in Führung und konnte diese auch eine Weile halten, bis ich auf einem rutschigen Baumstamm das Gleichgewicht verlor und umkippte. Bis ich mich aufgerappelt hatte und wieder losfahren konnte, war Derrick schon außer Sichtweite. Ich versuchte also, meinen eigenen Rhythmus zu finden und meine Kräfte einzuteilen.

Leider unterliefen mir 2 blöde Fehler, ein Sturz im Steinfeld und 2 Runden vor Schluss ein heftiger Sturz mitten in eine Schlammpfütze. So war es mir nicht mehr möglich, an Derrick heranzufahren. Jedoch verringerte ich gegen Schluss den Abstand von anfangs über einer Minute auf etwa 25 Sekunden. Somit war mir der 2. Platz sicher und ich bin mega happy!

Alles in allem war es eine super Veranstaltung, sehr interessante und fordernde Streckengestaltung, super Rennkonzept und sehr starke Konkurrenz! Außerdem freue ich mich sehr, dass alles fair ablief und der Sport im Vordergrund stand. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, weiß aber auch, woran ich arbeiten muss, um noch besser zu werden.  

Zum Abschluss möchte ich mich für die Hilfe und den Einsatz bei meinem Team Hill Climb bedanken. Ein riesen Dank geht außerdem an meine Sponsoren, ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen!