Die Strecke in Baden-Baden ist etwas ganz Besonderes.

Hier beweist der Motorradclub Baden-Baden seit nunmehr 40 Jahren, dass Motorsport und Naturschutz kein Widerspruch ist. In enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden wird Jahr für Jahr die Trasse festgelegt für diesen einen Tag. Durch die Motorradreifen wird das flachwurzelnde Unkraut herausgerissen und das tiefwurzelnde schutzwürdige Dünengras bekommt wieder Platz und wird vor Überwucherung geschützt. Strenge Auflagen und viel Arbeit für die Vereinsmitglieder - aber das Ergebnis ist eine Piste, wie man sie nur selten findet.

Auch hier, tiefer, bodenloser Sand, keine extremen Geländeformationen, aber trotzdem eine abwechslungsreiche und herausfordernde Trassenführung. Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal hier angetreten bin, mit nur wenig Enduro-Erfahrung, Standardfahrwerk und null Kondition, da kam ich mir wie eine Schildkröte im Fahrerfeld vor. Ich hatte keine Technik, um mit den Bodenverhältnissen klarzukommen. Nach zwei Runden hatte ich Blutblasen an den Handinnenflächen und nicht enden wollender "Armpump" verhinderte ein zügiges Vorwärtskommen. Ich war heilfroh, als ich endlich die Zielflagge sah.

        

Im letzten Jahr sah die Sache schon deutlich besser aus. Ich hatte ein auf mich abgestimmtes Fahrwerk, mehr Rennerfahrung und vor allem mehr Kondition. Damit konnte ich die 2-Stunden-Einzelfahrerwertung souverän gewinnen. Allerdings: Meine Rundenzeiten waren von denen der schnellen Team-Fahrer noch meilenweit entfernt.

 

 

In diesem Jahr war ich gespannt, wie sich das weiterentwickelt hat. Und siehe da - vor allem mein intensives Konditionstraining hat sich ausgezahlt. Ich konnte das Rennen nicht nur souverän gewinnen. Ich fuhr auch die schnellste Runde in meiner Klasse und wurde nur um 3 Sekunden vom schnellsten Team Springmann/Hahn unterboten. Und das, obwohl ich nicht - wie geplant - 1 mal nachtanken musste, sondern insgesamt 3 x zum Tanken in die Wechselzone fahren musste. Ich möchte mich hier auch noch einmal bei allen Sprit-Spendern bedanken. Bisher habe ich bei solchen Rennen ca. 2 l nachgetankt, das reichte locker bis zum Ende. Aber offenbar habe ich den Hahn inzwischen weiter und länger offen, jedenfalls hat der offensive Fahrstil sich im Spritverbrauch deutlich gezeigt. 
     

Das Rennen in Baden-Baden macht mir immer viel Spaß, vor allem, weil beim Motorradclub Baden-Baden meine Motorsportkarriere mit 4 Jahren begann. Damals in der Trialsparte lernte ich auch von den alten Hasen der Motorsportfreunde Neusatz, wie ich mit meiner Yamaha PW-50 und später mit meiner Beta Mini-Trial die ersten Hügelchen überqueren und enge Bögelchen fahren kann. Wo die "Großen" rumgekurvt sind, da fuhr ich einfach hinterher. So lernte ich früh, Balance und Geschicklichkeit, den Umgang mit Gas und Bremse und später die Kupplung zu nutzen. Wenn es mein Terminkalender zulässt, werde ich nächstes Jahr wieder am Start sein.