Im Jahr 2015 bekam ich die Chance, beim Erzberg-Rodeo an den Start zu gehen. Davon hatte ich schon lange geträumt - und zögerte nicht lange. Wer eine solche Chance bekommt, der sollte sie nutzen, auch wenn es ziemlich unverfroren ist, wenn man sein erstes Enduro-Rennen ausgerechnet am berüchtigten Erzberg absolviert.

Beim Generali Iron Road Prolog heißt es vom Start an Vollgas - für einen Trialer eine besondere Herausforderung. Ich schlitterte irgendwie um die Kurven, die Strecke schien kein Ende zu nehmen, und ich war froh, heil ins Ziel gekommen zu sein. Die Zeit konnte ich überhaupt nicht einschätzen. Aber bereits beim ersten Run war ich unter den besten 500. Das war mein Ziel, denn ich wollte ja unbedingt auch am Sonntag im Red Bull Harescramble starten. Im zweiten Lauf konnte ich mich noch einmal verbessern und mir Startplatz 179 in der 4. Reihe sichern.

Das Hauptrennen am Sonntag brachte mir viel Erfahrung. Ich habe gesehen, wo ich mit meiner Trialerfahrung Plätze gut machen konnte. Aber ich habe auch gesehen, dass man als Neuling in dieser Szene nicht mit den Champs mithalten kann....

Nach diesem prägenden Erlebnis wollte ich vor allem an meiner Speed arbeiten. Hierzu habe ich beim EnduroX Cup in Bräunlingen, sowie bei den ADAC Pirelli-Cups in Frickenhausen und Baden-Baden teilgenommen. Frustrierend war vor allem, dass ich für meine Verhältnisse gefahren bin, was das Zeug hält, aber keine Chance hatte, an die Spitze heran zu kommen. Mir fehlte die Kurventechnik, ich hatte Probleme mit Armpump und mein Fahrwerk bockte und hoppelte. Doch von Mal zu Mal wurde es besser, ich konnte am Setup feilen. 

Beim Dudelange Extrem in Luxemburg im Otkober konnte ich dann ein gutes Rennen abliefern und mit Platz 12 zeigen, dass ich nach meinen langen Jahren im Trial auch im Enduro und Hard Enduro vorne mitfahren kann. 

Nach diesen ersten Schritten im Enduro und Extrem Enduro werde ich ab nächstem Jahr vom Team Hill Climb unterstützt, um diesen Sport professioneller ausüben zu können.