Ich kann es noch kaum in Worte fassen, welche Eindrücke, Erlebnisse, Begegnungen, Zuspruch und Unterstützung ich am vergangenen Wochenende in Riesa erfahren durfte. Deshalb möchte ich vor allen Details erst einmal allen Fans vor Ort danken, aber auch denen, die aus der Ferne live dabei waren und mir die Daumen gedrückt und mitgefiebert haben. DANKE DANKE DANKE - ihr seid großartig und habt mich zum bisherigen Höhepunkt meiner Karriere "getragen". 

Das reine Renngeschehen habt Ihr sicher alle mitverfolgt. Ich schildere Euch hier wieder ein paar meiner subjektiven Eindrücke.

Fotos: Mihai Birca, Michael Hoffmann Photography, Hard Enduro World, ES-fotografie, Gerd Rose; MX Sport Fotos, MaRios Fotos, unechterben, Hill Climb, Superenduro.org

Nach dem Auftakt in Krakau fühlte ich mich gestärkt und zuversichtlich. Ich hatte dort gesehen, dass ich vorne fahren kann, wenn alles passt. Dass ich in Polen knapp das Podium verpasst hatte, hat mich richtig gewurmt. 

In den Trainings-Sessions in Riesa hatte ich dann nie "freie Bahn", um eine wirklich schnelle Zeit hinzulegen. Aber ich konnte sehen, dass ich mit dem Track ganz gut zurecht kam. Fahrtechnisch richtig kompliziert war keine Stelle. Die Kunst bestand darin, möglichst fehlerfrei zu fahren und den Rhythmus zu finden. Im Qualifying fehlte mir knapp 1 Sekunde auf die Bestzeit. Auch im Training für die Startaufstellung konnte ich nur die viertschnellste Zeit fahren. Das hatte ich mir anders vorgestellt.

Jetzt galt es vor allem, ruhig zu bleiben, mich nicht verrückt zu machen oder machen zu lassen. Sehr hilfreich war der Zuspruch von Familie, Freunden und Fans. "Du machst das schon", "fahr einfach wie immer", "konzentrier dich"... 

Ich habe mir beim Start des 1. Rennens dann die noch freie innere Bahn ausgesucht. Das war nicht ohne Risiko, aber ich dachte, mit einem guten Start müsste es reichen, um schnell über die erste Hürde zu kommen. Der Plan ging auf, ich konnte schon bald die Führung übernehmen. Der Abstand zum Rest des Feldes war schnell so groß, dass ich "mein Rennen" fahren konnte, meinen Rhythmus, meine Linie wählen konnte. Mit über 28 Sekunden Vorsprung fuhr ich als erster durch das Ziel. Wow! Was für ein Feeling!

Im 2. Rennen - mit umgekehrter Startreihenfolge - war dann in der 2. Reihe auch wieder der innere Platz frei. Also war er meiner. Und auch aus der 2. Reihe konnte ich mich gut aus dem Getümmel an den ersten Baumstämmen raushalten und lag nach der ersten Runde auf Platz 4. In der 2. Runde konnte ich noch 2 Plätze gut machen und hielt Platz 2 bis Runde 5. Nach dem Sturz des führenden Bulgaren Kabakchiev konnte ich die Führung übernehmen. William Hoare klebte mir am Hinterrad, versuchte immer wieder, an mir vorbei zu kommen. Aber es ist mir gelungen, immer wieder zu kontern und die Nase vorn zu halten. Mit knapp 2 Sekunden Vorsprung hatte ich auch das 2. Finalrennen des Abends gewonnen. Ich war super happy!

Ich dachte, was zweimal klappte, gelingt vielleicht auch ein drittes Mal. Wieder stellte ich mich ganz innen auf. Meine Husqvarna schnellte nach vorne, als ich die Kupplung los ließ. Ich konnte als einer der ersten nach links über die Baumstämme fahren. Schnell war ich ganz vorne und konnte mich von den anderen absetzen. Ich konnte kontrolliert und sicher mein Rennen fahren, wieder ganz nach meinem Gusto. Die Überrundungen waren problemlos und mit über 16 Sekunden Vorsprung hatte ich auch das 3. Finalrennen gewonnen.

Was für ein Gefühl! Ich kann euch nicht beschreiben, was mir da alles durch den Kopf ging. Vor allem dachte ich an meinen Dad, der diesen Erfolg nun leider nicht mehr miterleben kann. Aber ich fühlte, dass er die ganze Zeit "da" war. Und ich wusste, dass er sehr stolz auf mich wäre. 

Mein erster Grand Prix Sieg - und das vor dieser Kulisse, vor 7000 Fans in der ausverkauften Sachsen-Arena in Riesa, deren Jubel in meinen Ohren klang. Riesa, das steht für eine tolle Veranstaltung, für einen super Track, für engagierte Leute, die ihre Freizeit opfern, um einen  fairen Wettkampf auf hohem sportlichen Niveau zu garantieren. Danke an alle, die solche Veranstaltungen möglich machen.

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