Vom Trainingslager in Spanien bin ich zusammen mit Blake Gutzeit zum Bassella-Race nach Katalonien gefahren. Dort war fast die gesamte Welt-Elite aus dem Enduro-Sport sowie einige Stars aus der Trial- und Rallye-Szene vertreten. Insgesamt knapp 1500 Fahrer aus aller Welt. 

Am Samstag Vormittag durften wir die 75 km lange Runde für das Hauptrennen am Sonntag in einer Trainingsfahrt kennenlernen. Die 8 Extrem-Passagen für die Xtrem-Kategorie durften nur zu Fuß abgelaufen werden. Aber besondere Schwierigkeiten konnte ich nicht ausmachen. Insgesamt wartete ein flüssiger und schneller Kurs auf uns, der durch zahlreiche Singletrails abwechslungsreich wurde.

Am Samstag Nachmittag ging es dann zum Prolog. Die  ca. 3 km lange Strecke war zur einen Hälfte mit künstlichen Hindernissen gespickt wie beim Superenduro: Steine, Betonröhren, aufgestellte Reifen erforderten volle Konzentration. Der zweite Teil brachte Passagen, die einem Extremenduro würdig waren. Eine lange Bergauffahrt mit meterhohen Stufen forderte alles an Wissen und Können, um einigermaßen schnell hinauf zu kommen. Danach ging es auf einer schnellen Motocross-Strecke talabwärts zum Ziel.

 

(c) Jaume Soler Movies
(c) Jaume Soler Movies

Gestartet wurde im Massenstart - 50 Fahrer schossen gleichzeitig auf die mehrere hundert Meter lange Startgerade. Bei mir klappte der Start im ersten Lauf super. In die erste Kurve ging ich mit den ersten 10 Fahrern. Im anschließenden Steinfeld konnte ich mich auf Platz 3 vorkämpfen.

Leider musste ich diese Position nach einem kleinen Fehler an den großen Felsstufen an den KTM-Werkspiloten Jonny Walker abgeben. Im schnellen MX-Abschnitt überholte mich dann auch noch Sherco-Werksfahrer Wade Young. Auf der 5. Position kämpfte ich mich Runde um Runde durch den anspruchsvollen Parcours. Ich konnte den Rest des Rennens fehlerfrei bleiben und erreichte als 5. Fahrer inmitten der Weltelite das Ziel.

Nur 30 Minuten später startete das 2. Rennen. Da blieb nicht viel Zeit zum Service und Luftholen. Da ich ja weiß, wie wichtig ein guter Start ist, war ich umso frustrierter, als mein Motorrad nicht wie gewohnt angesprungen ist und ich erst als einer der letzten vom Start weg kam. Die Startgerade war voller Staub, Steine flogen mir um die Ohren, die Strecke kaum zu sehen. Ich entschied mich, am Ende der Geraden ganz innen in die Kurve zu stechen. So machte ich einige Plätze gut und war an den Steinfeldern schon im Mittelfeld. 


(c) Jaume Soler Movies

Ich wusste, dass es eine große Aufgabe sein würde, jetzt noch ganz nach vorne zu kommen. Aber ich konnte mich voll konzentrieren, suchte mir gezielt meine Spuren aus, versuchte fehlerfrei zu bleiben. Runde um Runde konnte ich einige Fahrer überholen - und erreichte das Ziel noch als 8. Die Addition der beiden Läufe erfolgte nach dem Motocross-Punktesystem. Durch meinen schlechteren 2. Lauf reichte es mir in der Prologwertung nur auf Platz 7. Aber ich war damit trotzdem zufrieden. Denn ich merke von Rennen zu Rennen, wie ich mich besser fühle und immer näher an die Spitze heran komme. Im ersten Rennen hat alles gepasst - und entsprechend gut war das Ergebnis. Im zweiten Rennen habe ich gesehen, wie ich aus einem verpatzten Start noch ein recht gutes Ergebnis retten kann.

Der 7. Prologplatz bedeutete für das Hauptrennen am Sonntag Startplatz 7. Aber wieder verpatzte ich den Start! Aber der erste Teil der 75 km Xtreme Runde führte über die Prologstrecke vom Vortag. Hier konnte mich um einige Plätze vorarbeiten.

Allerdings fing es bald an zu regnen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist das äußerst unangenehm. Außerdem wurden meine Finger taub und ich konnte kaum noch Kupplung und Bremse bedienen. Meine Brille beschlug und ich sah fast nichts mehr. Da habe ich beschlossen, auf der schnellen Strecke kein Risiko einzugehen. Nach ungefähr der halben Renndistanz fand ich endlich meinen Rhythmus und konnte mich noch auf den 13. Platz vor kämpfen. 

Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und hatte Spass am Rennen. Da ich nach 2 Runden in der Junior-Klasse der Superenduro WM in Führung liege, wollte ich mich vor allem nicht verletzen. Es war ein super Training  und alles ist gut gelaufen - jetzt richtet sich der Fokus auf Malaga, wo in 2 Wochen die 3. WM-Runde stattfindet. Drückt mir die Daumen...

 

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