Was für ein Gefühl! Wieder 3 Rennen - 3 Siege. Mein zweiter Grand Prix Sieg in Folge. Ich bin überglücklich!

Kurzer Rückblick:

Erst Tage nach meinem Sieg in Riesa habe ich realisiert, was mir da gelungen war. Ein Traum hatte sich erfüllt, den ich schon als Kind hatte: einmal in einer WM auf dem Podest zu stehen. In Polen ging es knapp daneben. Um so glücklicher war ich, dass ich in Riesa nicht nur irgendwie den Grand Prix gewinnen, sondern alle 3 Rennen souverän für mich entscheiden konnte. Die faszinierende Stimmung in der Halle, der große Zuspruch und das Jubeln der Fans hatten sicher dazu beigetragen.

Umso aufgeregter war ich vor der 3. Runde in Malaga. Seit Mitte Januar war ich in Spanien zum Training. Allerdings machte mir der ungewöhnlich harte Winter in den Bergen um Madrid einen Strich durch die Rechnung. Anstatt Sonne und guten Trainingsbedingungen musste ich mir manchmal morgens erst den Weg durch den Schnee bahnen, um zum Auto zu gelangen. Glücklicherweise gibt es in der Region drum herum viele Strecken, auf denen man auch bei solch widrigen Bedingungen trainieren kann. Ich fühlte mich gut vorbereitet und fit, als ich in Malaga angekommen bin.

Dort hat dann mein Team die gerade noch rechtzeitig eingetroffenen Ersatzteile montiert und das Bike für den Samstag präpariert. Durch das intensive Training war einiges zu machen, das Bike hat ganz schön gelitten. Denn wir, meine Trainingspartner Blake Gutzeit und Alfredo Gomez und ich haben uns nichts geschenkt. Lenker an Lenker haben wir Starts geübt und unsere Maschinen durch Steinfelder und über Baumstämme geknüppelt.

Beim Freien Training habe ich dann die zuvor besichtigten möglichen Linien unter die Räder genommen. Die Runde war relativ kurz, der harte Lehmboden recht rutschig. Die Sprünge sahen spektakulär aus, waren aber gut zu springen. Das lange Steinfeld, ja, das hatte seine Tücken. Die Steine waren wacklig übereinandergeschichtet, gedachte Linien würden sich sicher im Laufe der Trainings und Rennen stark verändern. Die Matrix war tückisch, die Baumstämme rutschig und die Abstände so, dass man am besten ganz links oder ganz rechts einen Rhythmus finden konnte.

Im Qualifying hatte ich recht bald die Chance, eine gute Hotlap zu fahren. Die Zeit von 40,833 Sekunden konnte keiner meiner Konkurrenten mehr unterbieten und ich hatte das Qualifying gewonnen.

Im Zeittraining für die Startreihenfolge legte ich es nicht darauf an, der Schnellste zu sein. Dieser darf zwar im ersten und letzten Rennen den seiner Meinung nach besten Startplatz auswählen, muss aber im zweiten Rennen mit umgekehrter Startreihenfolge nehmen, was die anderen übrig lassen. 

Superenduro WM Malaga 2018

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(c) Mihai Birca

1. Finalrennen:

Mit der fünftbesten Zeit war ich auf jeden Fall in der ersten Startreihe - das war mir wichtig. Der Start gelang perfekt, ich konnte die Maschine nach dem Satz aus dem Startgatter das Vorderrad unten halten. Ich fühlte, wie sich die Stollen in den harten Lehmboden krallten und mich mit voller Traktion ans Ende der langen Startgeraden schossen - Holeshot! Innenkurve zum ersten Sprung, der nach dem Start nicht gedoubelt werden durfte. Rechtskurve, zwei schnelle Sprünge, wieder rechts und in das Steinfeld. Ich kam gut durch und über den Zielsprung, wieder rechts in die Matrix. Schön, wenn man da als erster hin kommt und freie Bahn hat. Dann noch der Steinhügel, die Baumstämme in der Linkskurve so weiter. Ich fühlte mich gut und sah schnell, dass mein Vorsprung ganz ok war. Ich fühlte mich nicht gehetzt und konzentrierte mich darauf, möglichst keine Fehler zu machen. Denn jeder Fehler kostet Zeit und vor allem Kraft. Vor allem im Steinfeld. Ich erinnerte mich an meine Trialzeit, wo ja jeder "Fuß" einen Strafpunkt bedeutet. Also Füße oben lassen, Vorderrad entlasten, und mit gezieltem Gas einfach durchfahren. Hat geklappt - meistens jedenfalls. Und ich habe dadurch viel Zeit gut gemacht und war nicht am Limit. 

Der Kommentator meinte ja, ich könnte in der Matrix mich zum Picknick niederlassen, bei dem Vorsprung, den ich nach einigen Runden hatte. Ganz so ist es natürlich nicht, denn solche Rennen sind erst am Ende gewonnen. Zu unberechenbar sind einige Steine, wie sie sich bewegen oder seitwärts kippen. Beim Überrunden kann man nichts planen, da kann einer die Nerven verlieren oder einfach vor dein Rad stürzen. Man muss auch und gerade, wenn man in Führung liegt, hochkonzentriert bleiben, bis man durch die schwarz-weiß-karierte Flagge abgewunken wird. Ich kam nach 6 Minuten + 1 Runde - das ist die Renndistanz - mit 30 Sekunden Vorsprung vor dem Zweiten ins Ziel. 

Damit hatte sich mein "Bauchgefühl" bestätigt. Meine Kondition und mein Fahrstil sind auch vor nicht-heimischem Publikum gut genug, um die Konkurrenz im Griff zu halten.

2. Finalrennen:

Voller Selbstvertrauen stellte ich mich zum zweiten Finalrennen in die zweite Startreihe. Ich kam nicht gut weg und meine gedachte Linie war "zu" - nicht optimal gelaufen. Ich versuchte, mich aus dem Gerangel rauszuhalten und war nach Runde 1 schon wieder auf Position 5 vorgefahren. Als ich mich an den in Führung liegenden Polen Emil Juszczak angenähert habe, unterliefen mir im Steinfeld ein paar Fehler. Auch in der Matrix kam ich etwas aus dem Takt und das Hinterrad rutschte weg. Aber ich stürzte nicht. Ich riß mich zusammen und kam wieder in meinen Rhythmus. Schon kurz darauf konnte ich dann in Führung gehen und meinen Vorsprung schnell ausbauen. Ins Ziel kam ich mit 20 Sekunden Vorsprung.

3. Finalrennen:

Den Start habe ich ganz schön vermasselt. Am Ende der Startgeraden war ich mitten im Getümmel. Ich war nur darauf bedacht, mich nicht zu verhaken und schnell da raus zu kommen. Unbeschadet erreichte ich die Passage mit den weiten Sprüngen. In der 3. Runde konnte ich den Briten Hoare passieren. Nach einem Fahrfehler von Juszczak hatte ich wieder die Nase ganz vorne. Bis zum Ziel gab ich die Führung auch nicht mehr ab und siegte mit einem Vorsprung von 31 Sekunden. Hoare wurde Dritter und Kyle Flanagan Vierter. 

Fazit:

Ich war überglücklich - wieder ein Triple wie in Riesa. Der zweite Grand Prix-Sieg in Folge. Von den bisher 9 Rennen habe ich 7 gewonnen. 

In der MAXXIS FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft habe ich mit 156 Punkten meinen Vorsprung kräftig ausgebaut und ein komfortables Polster von 37 Punkten Abstand auf Kyle Flanagan.

Jetzt gehts wieder voll ins Training und am 03.03.2018 in die vierte WM-Runde nach Bilbao. Drückt mir die Daumen....

 

 

 

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