Ich kann es noch kaum fassen - aber es scheint Realität zu sein, weil ich es überall lesen und sehen kann:

Ich bin der amtierende SuperEnduro Junioren Weltmeister!

Nach einer total aufregenden Saison ist mir im Finale in Schweden noch einmal zum Abschluß ein Triple-Sieg gelungen. Ich bin so glücklich darüber, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Im freien Training und im Time Practice hatte ich jeweils die schnellste Zeit abgeliefert. Mit der 44er-Runde wäre ich in der Prestigeklasse sogar in die Superpole gekommen ;-)

Nach dem Training konnte ich mein Debüt als Co-Kommentator geben. Zusammen mit Ben Constanduros durfte ich das Time Practice der Prestige-Klasse mit kommentieren, meine Einschätzung zu Track und Fahrern geben. Das war eine interessante Erfahrung, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. 

Fürs erste Rennen hatte ich mir auf dem schwierigen und vor allem sehr schnellen Track vorgenommen, wenn es irgendwie geht, nach meinem bisherigen "Rezept" zu fahren: Guter Start, 1 - 2 schnelle Power-Runden, um Abstand zu gewinnen. Und dann mein Rennen in meinem Rhythmus kontrolliert zu Ende fahren.

Der Plan ging auf - ich konnte mich in der ersten Kurve vom Feld lösen und war nach der zweiten Kurve schon ein gutes Stück vorne. Der Untergrund bestand aus einer Lage Mineralbeton, vor dem Rennen gewässert und verdichtet. Aber schon nach dem Training zeigte sich, dass die Oberfläche durch die Reifen aufgerissen wurde, drunter war es lose und unkalkulierbar. Vor allem aber waren die tiefen Rillen und die ausgefahrenen Stellen extrem kräftezehrend. Im Steinfeld musste man ganz präzise die Spur treffen, um nicht in die Spalten zu rutschen. Dies ist mir in der 7. Runde passiert. Einen Augenblick unkonzentriert - und es dauerte ewig, bis ich das Bike ohne Schäden wieder heraus bugsiert habe. 

Im Ziel hatte ich aber trotzdem noch einen Vorsprung von über 46 Sekunden - und damit auch den WM-Titel schon in der Tasche. Was für ein Moment!

Aber nach kurzem Schulterklopfen ging es schon weiter mit dem Programm. Der Abstand zum 2. Rennen war nicht groß - die Rennroutine stellte sich schnell wieder ein. Ich wollte unbedingt auch in Schweden den GP gewinnen, und möglichst mit einem erneuten Triple-Sieg.

Dass dies nicht selbstverständlich ist und im SuperEnduro an jeder Stelle immer alles passieren kann, hat sich in Rennen 2 gezeigt. Vom letzten Startplatz aus - Start wie immer in umgekehrter Reihenfolge - steckte ich in der ersten Kurve im Pulk und kam nicht wie geplant an die Spitzengruppe. Aber im Steinfeld sowie in der Matrix konnte ich einige Fahrer ungehindert überholen und lag am Ende von Runde 1 an Position 4. Es dauerte aber eine ganze Runde, bis ich Platz 3 eingenommen hatte. Auf diesem schnellen Track war es nicht so einfach, aufzuholen. ich ging auch zweimal zu Boden, was mich zurück warf. Aber in Runde 6 hatte ich dann endlich die Nase vorne und konnte meinen Vorsprung bis zum Ende auf 35 Sekunden ausbauen. Mit 47, 423 Sekunden hatte ich die schnellste Rennrunde gefahren, also mein Vorsprung war mehr als eine halbe Runde.

Nun blieb noch das letzte Finalrennen übrig. Ich kam mit der Spitzengruppe aus der ersten Kurve und konnte in der zweiten Runde die Führung übernehmen. Von da an lief es wieder wie gewohnt. Vorsprung ausbauen, konzentrieren, kontrolliert und fokussiert ins Ziel fahren. 

Nun brachen alle Dämme. Mein Team kam mit eigens für diesen Anlass geschaffenen T-Shirts herbei, all die vielen Glückwünsche, das war ein sehr emotionaler Moment. Auch die Nationalhymne war dieses Mal die richtige, so konnte ich den Moment der Siegerehrung direkt im Anschluß an das Rennen genießen. In der Box nahmen dann natürlich die Gratulationen und Glückwünsche kein Ende, es waren so viele - und ich möchte hier an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön sagen.

Ein spezielles Danke natürlich an meine Familie und Freunde, die immer hinter mir standen und an mich glaubten, auch wenn es mal nicht so gut lief, die mich immer darin bestärkten, dass ich meinen Weg kontinuierlich verfolgen soll. Dieser Weg hat mich jetzt zum WM-Titel geführt.

Diesen Weg hätte ich aber nicht gehen können ohne mein Team HillClimb, die alles organisiert und vor Ort für mich da waren. Mein Hauptsponsor Grenzgaenger hat in Training und Ausrüstung investiert, damit ich gerade jetzt vor und während der WM in Spanien mit den Pro-Ridern leben und trainieren konnte. MH-Motorräder hat mein Bike präpariert und repariert, damit es das harte Training aushalten und auch die 5 GPs ohne technischen Ausfall oder sonstige Probleme überstehen konnte. Marko Prodan von Endurides hat mir als Fahrer Tipps gegeben, wie ich mich auf solche Wettkämpfe vorbereiten kann. 

Dies alles hat dazu beigetragen, dass ich in den letzten Monaten so steigern konnte und den WM-Titel nicht nur irgendwie, sondern aus eigener Kraft mit 4 von 5 gewonnenen GPs, 12 von 15 gewonnenen Rennen, mit 271 von 300 möglichen WM-Punkten und einem Vorsprung von 79 Punkten auf den Zweiten gewinnen konnte.

Jetzt freue ich mich auf die nächste WM-Saison, wo ich dann gegen die Big Boys der Prestige-Klasse antreten darf. Ich hoffe, Ihr seid auch wieder mit dabei :-)

 

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